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Rauchen gehört mittlerweile zum festen Bestandteil des Lebens vieler Jugendlicher. Dass es ungesund ist, weiß jeder. Aber warum tun es dann trotzdem so viele?

Ein 22-Jähriger Pirmasenser erzählt uns von seiner Cousine aus Amerika. Sie waren zusammen im Biergarten und er bot ihr ein Bier an. Sie ist 19. Die amerikanische Cousine war total geschockt, dass ihr Alkohol angeboten wurde und lehnte das Bier ab. Nicht einmal daran trinken wollte sie. Mit 16 darf man in den USA schon den Autoführerschein machen. Alkohol darf man erst mit 21 Jahren konsumieren. Bei uns ist das ganz anders. Offiziell darf man „leichten“ Alkohol schon mit 16 Jahren trinken. Kaum ein 16-Jähriger probiert jedoch in diesem Alter sein erstes Bier. Auf Partys wird abends immer viel Alkohol ausgeschenkt. Der erste Rausch ist etwas Besonderes. Auch wenn das Trinken immer selbstverständlicher wird, ist es trotzdem noch ein kleines Highlight für die meisten Jugendlichen. Deshalb bleibt es meist beim Wochenend-Trinken. Was im Alltag aber noch viel selbstverständlicher bei deutschen Jugendlichen auftaucht, sind Zigaretten. Im Gegensatz zum Alkohol geht es mit den Zigaretten oft schon morgens im Schulhof los. Die Pirmasenser Schulen, an denen es volljährige Schüler gibt, haben dafür extra Raucherecken eingerichtet. Ob in den USA oder im Deutschland vor 15 Jahren wäre das undenkbar. Schüler stehen in Gruppen auf dem Hof und rauchen. Dadurch entwickelt sich oft eine Zwei-Gruppen-Gesellschaft. Wer gerne mit den leuten zusammen ist, die rauchen, der muss sich halt dazustellen und den ganzen Rauch mit einatmen. Nicht angenehm, aber für manche schon gewohnt. Auch dass viele Minderjährige schon chronischen Husten haben, weil sie rauchen, ist für manche schon normal. Wie sich ihre Stimme mit 40 anhören wird, kann man noch nicht ahnen. Denn unsere Elterngeneration hat schließlich nicht so früh angefangen. Wissenschaftlich belegt sind die gesundheitlichen Folgen des Nikotins allemal. Auch in den Schulen wird ausdrücklich darauf hingewiesen. Im Biologieunterricht bekommen die meisten Klassen Dias oder Filme von Geschwüren und Raucherbeinen gezeigt. Anfürsich sehr abschreckend, müsste man annehmen. Doch die anderen rauchen ja auch und ist soll ja nur ein bestimmter Prozentsatz sein, der irgendwann mal krank wird. Schade dass viele von uns nicht daran denken wollen, was in zwanzig Jahren ist. Denn es wäre ja schön wenn man da immer noch jung und gesund wäre. Das Rauchen lässt mit der Zeit auch die Haut älter aussehen. Wenn man aber nur an die Gegenwart denkt, bleibt zu erwähnen dass die tägliche Packung Zigaretten Unmengen an Geld verschlingt. Was man sich davon alles leisten könnte. Es scheint ja so vieles gegen das Rauchen zu sprechen. Warum tun es trotzdem so viele? Einerseits vielleicht weil sie >
grundsätzlich das machen wollen, was ihnen als unmoralisch angepriesen wird. Wenn in der Zeitung steht, rauchen ist total ungesund, dann tun es viele weil sie etwas Unmoralisches machen wollen. Tatsächlich glauben 17 % der 13-16-jährigen, dass rauchen cool ist (Quelle: Internet). Und fast 40% der jugendlichen Raucher tun es, weil es Freunde tun. Nach jedem Jahr rauchen müsste sich die Lunge 7 Jahre regenerieren. Man stirbt also nicht gleich und je weniger man raucht, desto weniger schädlich ist es. Hört man also mit 17 auf, wenn man langsam alt genug wird, um zu merken, dass das gar nicht cool ist, sondern viele sogar abschreckt? Meistens nein. Sechs von zehn jungen Rauchen denken öfter mal ans Aufhören. Doch die wenigsten können es. Was man anfangs nicht glaubt, wird dann doch klar. Es ist verdammt schwer, aufzuhören. Das ist nämlich der Grund, warum viele 18-Jährige rauchen. Nicht aus Gruppenzwang oder weil man es gut fände. Nein, man kommt nicht mehr davon weg. Wenn man eine Weile nicht raucht wird man nervös, es fehlt einfach etwas woran sich der Körper gewöhnt hat. Deshalb verlangt er danach. Zigaretten wirken auf viele beruhigend. Vor allem wenn man Stress hat, ob in der Schule oder bei den Eltern, greift man viel schneller wieder zu der Packung und überlegt nicht lange, wie gut man das eigentlich findet oder nicht. Aus einem Spaß wird plötzlich eine Abhängigkeit, die einem schon irgendwo nervt. Wenn man täglich 15 Zigaretten raucht, verliert man im Jahr rund 1000 Euro. Mit dem Geld wäre in gut einem Jahr schonmal der Führerschein bezahlt. Eine Studentin erzählt uns, dass sie heute rauche, weil es ihre Eltern schließlich geduldet hätten. Hätten sie es verboten, hätte sie es sich wohl nicht angewöhnt. Die Schuld muss man nun nicht unbedingt den Eltern geben. Sie wollten halt nicht zu streng sein und hielten die Tochter für erwachsen genug, sich nicht von so etwas abhängig zu machen. Wer verliert schon gerne seine Unabhängigkeit? Doch wenn die Eltern immer toleranter werden, sinken auch die Grenzen der Teenies. Was erlaubt ist, ist sowieso schon selbstverständlich. Es werden immer neue Tabus gebrochen. Wenn das Rauchen bei einigen Eltern und Schulen nicht schon länger toleriert würde, fielen vielleicht nicht weitere Grenzen. Nicht wenige haben auch schon anderes als Tabak geraucht. Ob uns das nicht den Weg schwerer macht, unsere eigene Welt mal fortschrittlicher und dynamischer zu gestalten, als die unserer Eltern? Wer trinkt oder kifft muss nicht gleich ein Loser sein und muss auch nicht an der nadel enden, das ist klar. Aber auf Dauer ist es echt vorteilhafter, sich mit Dingen zu entspannen, die einem nicht irgendwann das Leben schwer machen. Doch bis viele so erwachsen sind und das begreifen, sind sie meist schon nikotinabhängig und können nicht emhr anders. „Keine Macht den Drogen“ könnte schließlich auch heißen: „Alle Macht für mich!“

Rauchen - Zahlen und Fakten
Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in den Industrieländern. Diese Tatsache ist seit langem bekannt - trotzdem rauchen viele Menschen. Wie passt das zusammen? Millionen von Menschen haben in den letzten Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Wie hat sich der Anteil der Raucher in der Bevölkerung in den letzten Jahren entwickelt?


Rauchen im Wandel der Zeit
In den Industrieländern hat das Rauchen in den letzten Jahrzehnten stetig an Ansehen verloren. In Filmen der vierziger Jahre sind „harte Männer“ oder „elegante Salonlöwen“ immer Raucher, rauchende Frauen gelten als mondän und avantgardistisch. In Etikette-Ratgebern der fünfziger Jahre liest man häufig den Hinweis, ein guter Gastgeber solle vor einer Einladung die bevorzugte Zigarettenmarke seiner Gäste ausfindig machen und diese bereithalten. Heute erwarten Gastgeber selbstverständlich, dass Gäste zum Rauchen auf den Balkon gehen. Wer sich im Haus eines Nichtrauchers eine Zigarette anzündet, gilt als unhöflich, ja unsozial.

Die Zigarettenhersteller haben diesen Trend längst erkannt. Ihre größten Zuwächse erzielen sie heute in den Entwicklungsländern. Der Anteil der Raucher dort (und parallel einige Jahre später der Anteil der durch Rauchen verursachten Todesfälle) steigt ständig. In Korea rauchen inzwischen 68 Prozent aller Männer, in Russland 67 und in Bangladesh 60 Prozent.


Wer raucht wie viel?
In Deutschland rauchen 25 Prozent aller Erwachsenen regelmäßig, weitere 4 Prozent bezeichnen sich als Gelegenheitsraucher. 35 Prozent der Männer rauchen, 22 Prozent der Frauen. Bei den Berufsgruppen stehen Bauarbeiter, Fernfahrer und Busfahrer an der Spitze: 52 Prozent greifen regelmäßig zur Zigarette. Unter Ärzten, Apothekern und Lehrern rauchen 18 Prozent.

In den letzten Jahren haben immer mehr Raucher aufgehört. Es gibt jedoch einen „harten Kern“ von Rauchern, die viele Zigaretten pro Tag rauchen und nicht aufhören können bzw. angeben, sie wollten nicht. 20,7 Prozent der männlichen Raucher und 11,8 Prozent der weiblichen rauchen täglich mehr als 20 Zigaretten, 1,7 Prozent der Männer und 0,8 Prozent der Frauen sogar über 40 Zigaretten. Diese Menschen sind durch rauchbedingte Krankheiten noch mehr gefährdet als der durchschnittliche Raucher. Lungenkrebspatienten gehören fast immer zu diesen schwer abhängigen Rauchern.

Quelle: Doll, R.; Peto, R. (1976) Mortality in relation to smoking: 20 years observations on male British doctors. BMJ. 1525-36

Tabelle: Gesamtanteil der Raucher

Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Jahr männlich weiblich männlich weiblich
1992 36% 22% 39% 20%
1995 35% 22% 37% 19%
1999 34% 23% 37% 21%
Quelle: Mikrozensus von 1992, 1995 und 1999

Trends
Jugendliche, besonders Mädchen, greifen in den letzten Jahren zunehmend zur Zigarette. Der Gesamtanteil der Raucher über 15 Jahren hat sich jedoch nicht wesentlich verändert. Für jeden Jugendlichen, der anfängt, hört ein Erwachsener auf oder stirbt an den Folgen. Oder umgekehrt ausgedrückt: für jeden Raucher, der stirbt oder aufhört, muss die Zigarettenindustrie einen neuen jugendlichen Raucher ködern.


Rauchen bei Kindern und Jugendlichen
82 Prozent der erwachsenen Raucher haben vor ihrem 20. Lebensjahr angefangen. Wer also einmal das 20. Lebensjahr erreicht hat, ohne mit dem Rauchen anzufangen, der hat gute Chancen, sein Leben lang Nichtraucher zu bleiben. Für die Zigarettenindustrie heißt das: Wer als Teenager oder früher abhängig wurde, bleibt womöglich bis zu seinem frühen Tod ein Kunde. Entsprechend sind die Werbestrategien auf Kinder und Jugendliche abgestimmt – auch wenn die Zigarettenhersteller beharrlich das Gegenteil behaupten. Und die Strategien scheinen Erfolg zu haben: Jugendliche greifen immer noch viel zu häufig zur Zigarette, in Ländern wie England steigt der Anteil der jugendlichen Raucher gegen den Trend bei den Erwachsenen sogar an. 1988 rauchten dort 8 Prozent der 11-15-Jährigen regelmäßig, 1996 bereits 13 Prozent.

Der Anteil der 12- bis 18-jährigen Raucher ist auch in Deutschland in den letzten Jahren angestiegen, besonders bedenklich bei den Mädchen in den neuen Ländern. Hier hat sich der Anteil in acht Jahren verdoppelt.


Tabelle: Gesamtanteil der jugendlichen Raucher zwischen 12 und 18 Jahren

Alte Bundesländer Neue Bundesländer
Jahr männlich weiblich männlich weiblich
1993 20% 22% 24% 16%
1997 27% 26% 28% 41%
2001 26% 27% 31% 33%



Rauchen bei Frauen
Der Anteil von rauchenden Frauen ist in den Industrieländern nach wie vor hoch. Bei den Männern hingegen sinkt er seit Jahren. Weltweiter Spitzenreiter Dänemark: hier rauchen 37 Prozent aller Frauen. In Deutschland ist die Zahl rauchender Frauen in den letzten acht Jahren angestiegen, besonders in den neuen Bundesländern. Immer noch erkranken weitaus mehr Männer als Frauen an Lungenkrebs. Aber: bei Männern nimmt die Zahl der Lungenkrebs-Erkrankungen bereits wieder ab; bei Frauen steigt sie immer noch an. Jährlich erkranken durchschnittlich 3,5 Prozent mehr Frauen an Lungenkrebs; bei den 45 bis 60-jährigen sogar 6,3 Prozent. 1998 starben in Deutschland anderthalbmal so viele Frauen an Krebs der Atmungsorgane wie noch 1980. Immer noch erkranken mehr Frauen an Brustkrebs als an Lungenkrebs – die Heilungsaussichten bei Brustkrebs sind jedoch viel besser. Die Überlebenschancen bei Lungenkrebs sind demgegenüber immer noch gering.


Die Nichtraucher
In Deutschland sind insgesamt 76,5 Prozent der Bevölkerung Nichtraucher, wobei Säuglinge und Kleinkinder mit eingerechnet sind.

Nach Altersgruppen aufgeschlüsselt zeigt sich folgendes Muster: Die Älteren rauchen prozentual weit seltener als die Jüngeren. Dies hat drei Gründe:
In der Generation der Frauen, die jetzt über 70
sind, war Rauchen gesellschaftlich noch nicht so
akzeptiert. Es haben weniger Frauen mit dem
Rauchen angefangen.
Des weiteren hören viele Raucher im Laufe ihres Lebens aus Gesundheitsgründen mit dem Rauchen auf. Sie
werden dann in der Statistik als Nichtraucher gezählt.
Zu guter letzt leben Nichtraucher länger. In der Gruppe der über 70-Jährigen finden sich nur noch wenige Raucher, da
die Starkraucher bereits vor Erreichen dieses Alters sterben.

Tabelle: Anzahl der Raucher in Deutschland


Alter Männer Frauen
Insgesamt 37,3 27,9

18-19 53,7 48,4

20-29 47,4 42,6
30-39 49,1 41,0

40-49 40,1 30,9

50-59 31,1 19,7
60-69 18,3 12,0
70-79 16,3 10,0

Quelle: B. Junge, M. Nagel: Das Rauchverhalten in Deutschland; Gesundheitswesen 61 (1999) Sonderheft 2 S121-S125


Die Ex-Raucher
Viele Raucher hören im Lauf ihres Lebens mit dem Rauchen auf. Dies summiert sich soweit, dass 60,2 Prozent der über 70-jährigen Männer Ex-Raucher sind. Bei den Frauen sieht das Bild anders aus: hier haben in den höheren Altersgruppen viele erst gar nicht angefangen, sodass der Anteil der Ex-Raucherinnen über 70 deutlich niedriger ist.


Tabelle: Anteil der Ex-Raucher 1998 in Deutschland

Alter Männer Frauen
Insgesamt 28,2 15,4
18-19 5,2 1,4
20-29 6,6 7,3
30-39 18,1 20,1
40-49 28,4 23,6
50-59 34,5 17,3
60-69 48,5 11,6
70-79 60,2 10,6


Quelle: B. Junge, M. Nagel: Das Rauchverhalten in Deutschland; Gesundheitswesen 61 (1999) Sonderheft 2 S121-S125


Zigarettenkonsum je Raucher
145 Milliarden Zigaretten gehen pro Jahr in Deutschland in Rauch auf. Aber Raucher ist nicht gleich Raucher. Ein nicht unbedeutender Teil der Raucher konsumiert täglich über 20 oder sogar über 40 Zigaretten. Diese stark abhängigen Viel-Raucher sind besonders gefährdet für tabakbedingte Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten steigt weiterhin auch mit der Zahl der Jahre, in denen geraucht wurde. 30 Jahre lang 10 Zigaretten am Tag zu rauchen ist also nicht besser als 10 Jahre lang 30 Zigaretten täglich.


Tabelle: Anzahl des Zigarettenkonsums pro Tag

Zigaretten/Tag Unter 5 5-20 20-40 Über40
Männer 5,3% 72,2% 20,7% 1,7%
Frauen 9,4% 78,0% 11,8% 0,8%

"Rauchen wird bei Jugendlichen zunehmend uncool"
Trend beim Rauchen ist in Deutschland erstmals seit über zehn Jahren rückläufig
Erstmals seit über zehn Jahren greifen weniger Jugendliche in Deutschland zum Glimmstengel. In der Altersgruppe der zwölf- bis 17-Jährigen ging die Raucherquote von 28 Prozent 1997 auf 23 Prozent in diesem Jahr zurück, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, bei der Vorstellung einer Studie sagte. Nachdem die Zahl seit 1993 stetig gestiegen war, sei der Trend nun wieder rückläufig.


"Rauchen wird bei Jugendlichen zunehmend uncool", betonte die Parlamentarische Staatsekretärin im Gesundheitsministerium. Besonders erfreulich sei, "dass der Trend zum Rauchen bei den jungen Mädchen gestoppt ist". Nach den Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) war insbesondere bei den zwölf- bis 17-Jährigen in den 90-er Jahren ein Anstieg des Tabakkonsums zu beobachten. So nahm der Anteil der Raucher in dieser Altersgruppe zwischen 1993 und 1997 von 20 Prozent auf 28 Prozent zu; nun liegt er bei 23 Prozent. Auch bei den 18- bis 25-Jährigen lässt sich seit 1997 ein rückläufiger Trend beobachten: Griffen damals noch 51 Prozent von ihnen zum Glimmstengel, waren es in diesem Jahr nur noch 44 Prozent.
Auch bei den starken jugendlichen Rauchern, die täglich 20 oder mehr Zigaretten konsumieren, ist ein deutlicher Rückgang zu beobachten: Ihr Anteil sank von 34 Prozent im Jahr 1993 auf zwölf Prozent in diesem Jahr. Zwar ging die Quote der rauchenden Jugendlichen in Ostdeutschland in dem beobachteten Zeitraum zurück, sie liegt aber deutlich höher als im Westen.
Bei den westdeutschen Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren nahm laut der Studie der Anteil der Raucher von 27 Prozent 1997 auf 21 Prozent in diesem Jahr ab. Im Osten reduzierte sich die Quote von 34 auf jetzt 33 Prozent. Die Studie belegt außerdem, dass beim Rauchverhalten Jugendlicher auch eine Rolle spielt, ob Eltern oder Freunde zur Zigarette greifen.




Weitere Einflussfaktoren seien das Gesundheitsbewusstsein und der Bildungsstand. So qualmen die Schüler an Gymnasien weniger als die anderer Schulen. "Jugendliche haben es schwer, sich gegen ein soziales Umfeld durchzusetzen, in dem geraucht wird", erklärte die BZgA. Allerdings gaben in der Studie 64 Prozent der jugendlichen Raucher an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Für die Mehrheit der jungen Menschen sei das Nichtrauchen inzwischen die Norm, betonte die Behörde.




Caspers-Merk forderte verstärkte Anstrengungen gegen das Rauchen: "Nichtrauchen soll in Deutschland der Normalfall werden", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie forderte die Bundesländer auf, das Rauchen an den Schulen stärker zu bekämpfen. Bislang hätten nur die vier Länder Hamburg, Berlin, Bayern und Hessen verbindliche Richtlinien dazu erlassen.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung zog ebenso wie die BZgA eine positive Bilanz der Maßnahmen gegen das Rauchen. BZgA-Direktorin Elisabeth Pott erklärte, die Kombination aus der Erhöhung der Tabaksteuer und bundesweiten Aufklärungskampagnen habe sich bewährt. Um den Abschied von der Zigarette zu erleichtern, hat die Bundeszentrale das "rauchfrei-START-Paket" entwickelt, das im Internet kostenlos bestellt werden kann.


Jugendliche Raucher sind häufiger schlechte Schüler, Streithälse, Rauschtrinker

Studien zur Häufigkeit des Rauchens bei Jugendlichen gibt es viele. Auch in Deutschland wurden in den letzten Jahren Ergebnisse mehrerer Befragungen hierzu veröffentlicht (Links und Downloads siehe unten). Eine jetzt veröffentlichte Studie der DAK hat jedoch nicht nur ausgezählt, wie viele Mädchen oder Jungen in welchem Alter wie viele Zigaretten pro Tag rauchen, sondern auch versucht, das sozialpsychologische Profil, den familiären Hintergrund und Motive jugendlicher Raucher zu erhellen. Herausgekommen sind dabei einige empirische Ergebnisse, die so noch nicht bekannt waren und überraschen.

Basis der Studie war eine Befragung von 1.738 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 13 (mittleres Alter: 15,4 Jahre) aus zwölf Schulen Schleswig-Holsteins. Vorgegeben war ein Fragebogen, der während des Unterrichts zu beantworten war. Die Autoren der Studie (Dr. Matthis Morgenstern, Dr. Gudrun Wiborg und PD Dr. Reiner Hanewinkel) heben folgende Ergebnisse ihrer Untersuchung ganz besonders hervor.

1.) Jugendliche Raucher/innen zeichnen sich durch ein besonderes sozialpsychologisches Profil aus: Sie legen häufiger einen problematischen Alkoholkonsum (Rauschtrinken) an den Tag, fühlen sich in der Schule weniger wohl und sind häufiger auch Schüler mit unterdurchschnittlichen Leistungen und schlechteren Zensuren. Ihre Freizeit verbringen Sie öfter mit Fernsehen und am Computer. Im Verhalten neigen sie stärker zu Aggressivität und Aufsässigkeit, sie sind schneller gelangweilt und suchen nach aufregenden Erlebnissen ("Sensation Seeking").

2.) Mädchen sind seltener als Jungen tägliche Raucher/innen. Bei männlichen Jugendlichen wird die erste Zigarette des Tages schon binnen einer Stunde nach dem Aufstehen geraucht, so dass Jungen ein insgesamt höheres Maß an körperlicher Abhängigkeit aufweisen. Mädchen scheinen demgegenüber eher psychisch abhängig zu sein. Deutlich wird dies auch an der Unzufriedenheit mit der eigenen Figur und Sorgen um ihr Gewicht. Sie versuchen Hungergefühle durch das Rauchen zu unterdrücken und rauchen teilweise ganz bewusst, um abzunehmen.

3.) Die Studie hat gezeigt, dass das Rauchverhalten der Eltern und Geschwister, die Einstellung der Eltern gegenüber dem Rauchen und insbesondere auch Rauchverbote in der Wohnung der Jugendlichen einen erheblichen Einfluss darauf haben, ob auch die Kinder rauchen. Klare Regeln, so folgern die Wissenschaftler, können das Rauchverhalten der Kinder beeinflussen.

Ergebnisse der Studie im Einzelnen:
• 63% der nicht rauchenden Schüler, aber nur 45% der rauchenden Schüler, geben an, dass ihre Eltern das Rauchen lästig finden würden. Eine Strafe fürs Rauchen erwarten 27% der rauchenden, aber 43% der nicht rauchenden Schüler/innen.
• 54% der nicht rauchenden Schüler/innen sagen, dass Besucher gar nicht oder nur draußen, auf dem Balkon oder im Garten rauchen dürfen, bei den rauchenden Schülern berichten dies lediglich 43%.
• Raucher/innen zeigen ein anderes Freizeitverhalten als ihre nicht rauchenden Altersgenossen: Sie sehen an Schultagen mehr Fernsehen, Videos oder DVDs und verbringen mehr Zeit am Computer als nicht rauchende Schülerinnen und Schüler.
• Erfasst man im Fragebogen die Renitenz oder die Sensationssuche in der Freizeit, dann zeigt sich: Rauchende Jugendliche stimmen in stärkerem Maße Aussagen zu wie "Ich streite mich oft mit anderen", "Es macht mir Spaß, mich nicht an die Regeln zu halten" oder "Ich denke oft, es gibt nichts zu tun".
• Rauchende Jugendliche neigen deutlich häufiger zum "Rauschtrinken" (binge-drinking). So geben 62% der rauchenden Schüler an, im letzten Monat mindestens einmal fünf oder mehr Gläser Alkohol direkt hintereinander getrunken zu haben (Nichtraucher: 20%). Besonders stark ist dieser Unterschied bei den 11- bis 15-Jährigen, in dieser Gruppe ist die Häufigkeit für "binge drinking" bei den rauchenden Schülern sogar fast fünf Mal so hoch wie bei den nicht rauchenden Schülern (52% vs. 11%).
• Raucher/innen fühlen sich in der Schule häufiger nicht wohl (33% zu 22%) und geben an, schlechtere Schulleistungen zu haben. 71% von ihnen berichten über schlechte oder nur durchschnittliche Noten im letzten Schuljahr, bei Nichtrauchern sind dies nur 56%.
• Der Großteil der jugendlichen Raucher (61%) gibt dabei an zu rauchen, um die eigene Stimmung zu verbessern, wobei dies etwas häufiger von Mädchen genannt wird als von Jungen (54% : 70%). Der Wunsch, abzunehmen oder zumindest nicht zuzunehmen, ist für Mädchen überaus bedeutsam. Ähnlich geben Mädchen deutlich häufiger als Jungen an, zu rauchen, anstatt zu essen (35% vs. 22%)
Jugendliche Raucher - die Verlierer von Heute
Rauchen besonders typisch für Mädchen mit Gewichtsproblemen
[09.06.2007/pk] Eine neue Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) liefert Besorgnis erregende Ergebnisse über den Tabakkonsum Jugendlicher. Rund ein Drittel der Schüler zwischen 11 und 20 Jahren raucht, davon mehr als die Hälfte aller Jungen sogar täglich. In dieser Gruppe konsumiert die Mehrheit bereits innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen die erste Zigarette, zwölf Prozent sogar morgens innerhalb der ersten fünf Minuten.

Diplom-Psychologe Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts, ist über dieses Ergebnis zutiefst besorgt: "Rauchen macht offensichtlich schneller abhängig, als wir bisher angenommen haben." Dies wird durch die Einsicht vieler jugendlicher Raucher über die Sinnlosigkei und die Schädlichkeit ihrer Sucht bestätigt. Obwohl die Mehrheit gerne wieder aufhören möchte, haben mindestens zwei Drittel enorme Probleme damit. Sie haben bereits mehrfach erfolglose Versuche unternommen, sich aus dem Würgegriff der Nikotinsucht zu befreien, im Durchschnitt dreimal.

Die erforschten Gründe für den hohen Tabakkonsum bei Jugendlichen geben Aufschluss darüber, in welch erschreckendem Maß die angeblich nur auf Erwachsene zielende Tabakwerbung bei den Schülern wirkt. Opfer dieser Kampagnen sind Vor allem Mädchen. Bei fast zwei Drittel der Schülerinnen besteht ein Zusammenhang zwischen Rauchen und Unzufriedenheit mit der eigenen Figur. Für 35 Prozent der rauchenden Mädchen ist der Glimmstängel gar ein Ersatz fürs Essen. Auch bei psychischen Verstimmungen suchen vor allem Mädchen ihr Heil in einer Flucht in die Nikotindroge.
in einer Flucht in die Nikotindroge.

Das bei der Befragung ermittelte Selbstbild der Jugendlichen macht noch einen wesentlichen Aspekt deutlich. Qualmer sind nicht nur - beispielsweise wegen ihres hohen Krebsrisikos - die Verlierer von Morgen. Die harten Fakten sprechen auch eine deutliche Sprache, wer die Verlierer von Heute sind. Rauchende Jugendliche haben schlechtere Noten, hängen häufiger und länger vor dem Fernseher herum, und sie sind unzufriedener als gleichaltrige Nichtraucher.

Die rauchenden Jugendlichen weisen weitere soziale Auffälligkeiten auf. Problematischer Alkoholkonsum, auch unter diversen Bezeichnungen wie Komasaufen, Binge-Drinking oder Flatrate-Trinken bekannt, ist bei qualmenden Jugendlichen besonders häufig anzutreffen. Auf die Befragung der Studie hatten sich 62 Prozent der rauchenden Schüler im vorhergegangenen Monat gezielt betrunken. Der Anteil der Alkoholexzesse ist damit unter den Rauchern mehr als dreimal so hoch wie unter den Nichtrauchern, von denen sich ein Fünftel derart zudröhnt.

Die Studie war vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) und der Deutschen Krebshilfe erstellt worden. Befragt wurden 1738 Schüler der Klassen 7 bis 13 an zwölf Schulen in Schleswig-Holstein. Die Studie ist für das nördlichste Bundesland repräsentativ. Nach Aussage von Nina Waldheim, DAK, gelte dies zwar nicht ebenso für das gesamte Bundesgebiet, jedoch lasse die Studie dafür interessante Rückschlüsse zu.

Nach Angabe der DAK gibt es bislang keine vergleichbaren Daten, die zeigen, was die rauchenden von den normalen Jugendlichen unterscheidet, oder auch geschlechterspezifische Ausprägungen und Ursachen des Tabakkonsums bei Schülern verdeutlicht. Die Ursachenforschung soll die Verbesserung von Präventionsmaßnahmen der Krankenkassen unterstützen, damit die Jugendlichen möglichst vor dem Rauchen bewahrt, und die Opfer der Tabakdroge wieder von ihrer Nikotinabhängigkeit befreit werden.

Während Deutschlands Politiker weiter um den heißen Brei diskutieren, und sich mehr durch Wortgewalt als durch Taten dem Jugendschutz widmen, nehmen Europas Jugendliche nun selbst die Sache in die Hand. 10.000 junge Europäer nahmen an einem Projekt des European Youth Forum teil, und schrieben ihre Forderungen im "Manifest für ein rauchfreies Leben" nieder.

Die Jugendlichen stellen das Recht auf Gesundheit über alles. Daher tritt Europas Jugend für den Schutz aller vor Passivrauchen ein, der nur durch eine effektive räumliche Trennung alisierbar ist. Eine absolute Mehrheit spricht sich für ein umfassendes Nikotinverbot an allen öffentlichen Plätzen und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln aus.

Weitere Forderungen des Europäischen Jugendmanifests sind ein umfassendes Verbot aller Formen der Tabakwerbung, sowie ein Verbot von suchtfördernden Zusatzstoffen, Karzinogenen und anderen giftigen Stoffen in Tabakprodukten. Die Jugendlichen sind jedoch nicht nur besorgt, die Abhängigkeit europäischer Staaten von der Tabakindustrie zu durchbrechen. Dazu steht im Manifest "Wichtig ist auch der Schutz weniger entwickelter Länder vor der Tabakindustrie, welcher durch die Anwendung europäischer Standards auf sämtliche Aktivitäten in Europa ansässiger Firmen zu gewährleisten ist, unabhängig vom endgültigen Bestimmungsort der Produkte


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