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Alkoholismus in unserer Gesellschaft...
...verschwiegen und verdrängt
Alkohol
Alkohole sind Kohlenwasserstoffe, bei denen jeweils ein Wasserstoff (H) durch eine OH-Gruppe ersetzt worden ist. Es gibt eine ganze Reihe von Alkoholen: Methanol (CH3 OH), Propanol (C3 H7 OH) und Butanol (C4 H9OH), um nur einige zu nennen. Der vom Menschen konsumierte Alkohol ist der Äthylalkohol (Ethanol). Seine chemische Summenformel lautet C2 H5OH. Äthylalkohol entsteht durch die alkoholische Gärung von zuckerreichem (Mono-Di- und Polysacchariden) Getreide, Obst oder auch Kartoffeln u.ä. mit Hilfe bestimmter Hefepilze.

Jedes Jahr stehen in Deutschland viele Menschen wegen Alkoholdelikten im Straßenverkehr vor Gericht. Das sind neben Autofahrern Kradfahrern, Fahrradfahrern auch hin und wieder Fußgänger. Aber auch Trunkenheitsdelikte von Schiffsführern oder Fahrern von öffentlichen Verkehrsmitteln, wie S-Bahnen, U-Bahnen oder DB-Zügen stehen wegen derartiger Delikte vor Gericht. Die folgenden Überlegungen helfen, den Darlegungen von Gutachtern besser folgen zu können oder gar fehlerhafte Berechnungen aufdecken zu helfen.

Aber auch um strafbare Handlungen vermeiden zu helfen, ist die Kenntnis der Berechnung von Alkoholblutwerten sicherlich von Interesse.

Der Blutalkohol, angegeben in Promille (‰), berechnet sich mit Hilfe der Widmark-Formel wie folgt: mit

c = Blutalkohol in ‰
A = aufgenommene Menge an Alkohol in Gramm (g)
r = Verteilungsfaktor im Körper (0,7 für Männer, 0,6 für Frauen)
G = Gewicht der betroffenen Person in Kilogramm (kg)
Der Verteilungsfaktor r ist ein dimensionsloser Faktor, der ein hypothetisches Gewicht errechnet, auf den sich der aufgenommene Alkohol verteilt.

Beispiel: Eine männliche Person hat in relativ kurzer Zeit 5 kleine Bier a 0,2 l, also insgesamt 1 l Bier zu sich genommen. Die Person soll ein Gewicht von 70 kg haben. Das Bier hatte einen Alkoholgehalt von 4% (Volumenprozente). Damit befanden sich in dem Liter Bier 40 cm3 Alkohol. Da Alkohol eine Dichte von rund 0,8 g/cm3 besitzt, hat die Person insgesamt 32 g Alkohol zu sich genommen. Diese Größen in die obige Gleichung eingesetzt ergibt einen Blutalkoholwert von:

ausgerechnet:

c = 0,65 ‰

Die Person hat somit bis ca. 2 Stunden nach der Alkoholaufnahme einen Blutalkoholwert von 0,65 ‰. Erst dann beginnt der Abbau des Alkohols im Körper.

Die Freundin des Mannes trinkt zur selben Zeit 4 kleine Bier, also 0,8 l und wiegt 50 kg. Damit hat sie 0,8 l • 4% • 0,8 = 25,6 g reinen Alkohol zu sich genommen. Sie hat dann einen Blutalkohol von:

ausgerechnet:

c = 0,85 ‰

Die Freundin hat damit, obwohl sie "nur" 4 kleine Bier getrunken hat, einen Blutalkoholwert von 0,85 ‰. Beide Personen sollten kein Kfz mehr führen.

Promille Rechner
Alkohol beeinflusst schon in geringen Mengen die Konzentration beim Autofahren. Ab 0,3 Promille wird bereits die Aufmerksamkeit herabgesetzt. Ab 0,6 Promille ist das Unfallrisiko im Straßenverkehr doppelt so hoch wie bei Personen, die gar keinen Alkohol im Blut haben. Die gesetzliche 0,5 Promille-Grenze hat sich mittlerweile europaweit durchgesetzt. Trotzdem passieren ein Großteil der Unfälle im Straßenverkehr immer noch unter Alkoholeinfluss.

Grundsätzlich gilt: Am sichersten fahren Sie ganz ohne Alkohol. Die Wirkungsweise lässt sich nur grob verallgemeinern und hängt z.B. von der Konstitution jedes Einzelnen ab. Um also ein alkoholbedingtes Risiko im Straßenverkehr zu vermeiden, vergnügen Sie sich besser ohne alkoholische Getränke.

Mit unserem Promille Rechner können Sie heute schon ausrechnen, was Sie morgen nicht trinken dürfen, wenn Sie Auto fahren wollen.

Alkoholabbau
Gleichgültig, wieviel Alkohol aufgenommen wird, die Alkoholdehydrogenase lässt sich davon nicht beeinflussen und baut mit gleichbleibender Geschwindigkeit den anfallenden Alkohol ab. Nach Genuss eines halben Liters Bier, was der Aufnahme von ca.20 g Alkohol entspricht, werden 10%, also ca. 2 g bereits im Magen abgebaut. Die übrigen 18 g werden über den Darm ins Blut aufgenommen. Eine Stunde nach dem Trinken hat sich ein Verteilungsgleichgewicht zwischen Blut und Gewebe eingestellt, ein Vorgang, der vom Körpergewicht und dem Anteil des Fettgewebes abhängt. Die Alkoholdehydrogenase baut pro Stunde etwa 0,1 -0,2 g Alkohol pro kg Körpergewicht ab, d.h. bei unserem 70 kg wiegenden Durchschnittstrinker werden pro Stunde 7 g Alkohol von der aufgenommenen Menge von 40 g abgebaut. Diese 7 g sind 0,175 von 40 g. Da 40 g Alkohol zu 0,8 ‰ Blutalkohol führten, wird pro Stunde 0,8 ‰ > 0,175= 0,14 ‰ des Blutalkohols abgebaut.

Das bedeutet, dass unsere Beispielperson 5,7 Stunden nach Beginn des Alkoholabbaus wieder vollkommen nüchtern ist. Da erst etwa 2 Stunden nach der Alkoholaufnahme mit dem Abbau begonnen wird, vergehen nach der Alkoholaufnahme insgesamt 7,7, also rund 8 Stunden, bis zur völligen Nüchternheit.

Aufgrund der konstanten Abbauleistung der Alkoholdehydrogenase können die Rechtsmediziner die Blutalkoholkonzentration zu einer gesuchten Tatzeit berechnen. Weder die Abbauleistung noch die absolute Menge der Alkoholdehydrogenase lassen sich durch regelmäßiges Trinken oder bestimmte Medikamente von außen beeinflussen. Die Abbauleistung liegt, wie erwähnt zwischen 0,1 und 0,2 Promille pro Stunde, unabhängig vom Geschlecht. Die Rechtsmediziner rechnen dabei jeweils mit dem für den Angeklagten günstigsten Wert, also einen Abbau von 0,1 Promille pro Stunde beim Rückrechnen auf den Alkohol am Steuer und 0,2 Promille pro Stunde bei Straftätern mit möglicherweise verminderter Schuldfähigkeit.

Leider versäumen viele Menschen im Zusammenhang mit Sucht das zentrale Thema anzusprechen, was einen Grossteil unseres Lebens bestimmt - die Sexualität. Man sollte meinen, dass heutzutage keine großen Vorbehalte mehr existieren, auch über diesen Bereich zu sprechen, aber in der Praxis sieht es leider anders aus. Unter den Suchtkranken finden sich alle Altersstufen, vom Jugendlichen bis zum Großvater, so dass auch eine Menge Facetten der gestörten Sexualität im Zusammenhang mit Alkohol zu betrachten wären.
Dreiviertel aller Suchtkranken hat Störungen in der Sexualität bei sich beobachtet - möglicherweise auch mehr, denn es ist, wie bereits gesagt, auch heute noch schwierig, darüber zu sprechen. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass sich diese Störungen unter Umständen nicht wieder von allein zurückbilden, wenn nicht in der Therapie - oder in einer gesonderten Therapie - darüber gesprochen wird. Da dies in der Regel auch ein Problem des dazu gehörenden Partners ist, sollte selbstverständlich mit beiden Betroffenen dieses Thema angegangen werden. Sorgen Sie also selbst dafür, dass dieses Thema nicht ausgeklammert wird - wenn es nicht von allein zur Sprache kommt, sprechen Sie es selbst an. Fassen Sie auch die Möglichkeit ins Auge, dass Sie selbst kein Problem sehen, aber ihr Partner es ganz anders sieht, aber um nicht noch mehr Probleme aufzuwerfen, lieber dazu schweigt. Das aber ist ein Zustand, der zu weiteren Problemen führt und an dem eine bis hierhin gerettete Beziehung doch noch zum Scheitern bringen kann.

Die häufigsten sexuellen Probleme bei Männern sind: Lustlosigkeit, Potenzstörungen, vorzeitiger Samenerguss.
Möglich ist aber auch eine Art Abstumpfung des Mannes, die den eigentlichen sexuellen Akt zu einem quälenden Dauermarathon, unter Umständen ohne erlösenden Orgasmus, werden lassen, unter dem Frauen sehr zu leiden haben. Es geht hier ja nicht um eine besonders lange Liebesnacht, sondern um ein eher unbeteiligtes Abspulen des Sexualtriebes, den es auszuhalten gilt. Viele Frauen lassen derartige Nächte jahrelang heroisch über sich ergehen, andere steigen einfach aus dieser "Ehepflicht" aus.


Sexuelle Probleme bei Frauen stellen sich hauptsächlich als Lustlosigkeit dar. Schmerzen beim Verkehr oder Orgasmusstörungen scheinen hier nicht mehr ins Gewicht zu fallen, als bei Nichtabhängigen auch (Wozu anzumerken sei, dass etwa 25% angeben, noch nie einen Orgasmus gehabt zu haben - und das entspricht etwa den Angaben der Nichtabhängigen - sehr schade, dass man zur Sexualität sehr, sehr wenig Therapieplätze findet, und dass eine riesige Scheu verhindert, dazu eine Therapie anzufangen) Andererseits benutzen Frauen den Alkohol aber auch, um sich den sexuellen Annäherungen des Partners entziehen zu können. Und wir alle kennen den Einsatz von Alkohol (zwei Gläschen Sekt und schon geht alles einfacher) um Hemmungen abzubauen.

Als größtes Übel sehen wir eine schreckliche Nebenerscheinung an - die Interesselosigkeit am Partner.

Speziell Frauen leiden sehr unter dem Gefühl, ungeliebt zu sein, als Gegenstand behandelt zu werden. "Ich brauchte überhaupt nicht mehr dazusein, hinterher. Ich bin nicht mehr als ein Stuhl oder ein Tisch in unserer Wohnung - das hat doch nichts mit Liebe zu tun. Das Ganze dauern sowieso nur noch drei Minuten und hinterher könnte ich verzweifeln. Ich bin regelrecht benutzt worden und er merkt das nicht einmal".

Es macht auch keinen Sinn, darüber in diesem Moment mit dem Partner sprechen zu wollen - es klingt für ihn alles wie ein Vorwurf. Ein Vorwurf der noch hinzukommt, zu den unzähligen anderen Vorwürfen bezüglich des Alkohols. Und DAS kann man nun aber gar nicht gebrauchen. Wie wir ja schon gesehen haben, führt dieses Ansprechen genau wie auf anderen Ebenen zum Widerstand und entgegen gesetzten Reaktionen.

Eine Möglichkeit wäre also für einen Mann, lieber gar nicht erst eine sexuelle Aktion verstrickt zu werden - wie die Frau aus den alten Witzen ist Mann also müde, hat Kopfschmerzen, Zahnweh, oder was sich sonst noch so alles an Ausreden bietet. Unter Umständen ist er plötzlich eher am "Kuscheln" interessiert, als an Sex - aber auch das wird mit der Zeit weniger werden.

Natürlich leiden auch Männer unter der interesselosen alkoholabhängigen Frau - aber da wir alle die schlechten Witze über frigide Frauen zur Genüge kennen, scheint dieses Verhalten recht schnell als "normales frustrierendes Verhalten" eingestuft zu werden. Frauen haben es ja auch erheblich leichter damit Interesse vorzutäuschen als Männer, so dass vermutlich ein gewaltiger Prozentsatz an Lustlosigkeit einfach keine Beachtung findet.

Möglicherweise reicht es verschiedenen Männern auch einfach aus, wenn die Partnerin den Sex ohne zu klagen über sich ergehen lässt - das sind allerdings jetzt wilde Spekulationen.
Bin ich vom Alkohol abhängig ?


Abhängigkeit wird liegt vor, wenn drei oder mehre der folgenden Kriterien zutreffen: Ein starker und gelegentlich übermächtiger Wunsch das Suchtmittel zu konsumieren.
Verminderte Kontrolle bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge Konsums.
Konsum des Suchtmittels mit dem Ziel Entzugssymptome zu mildern und der Erfahrung, dass das auch funktioniert.
Toleranz gegenüber dem Suchtmittel, dadurch resultierende Dosissteigerung.
Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums und ein ganz auf diesen ausgerichtetes Verhalten.
Anhaltender Konsum trotz des schon vorhandenen Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (Somatisch, psychisch, sozial)



Bin ich jetzt abhängig oder nicht ?


Dies müsste ja jetzt einfach fest zu stellen sein - oder?

Leider ist es nicht ganz so einfach !


Es gehört zum Krankheitsbild des Abhängigen, dass er selbst nicht in der Lage ist, einzuschätzen, wie weit er schon in eine Abhängigkeit verstrickt ist.

Der innere Zwang zum Konsum des Suchtmittels wird in der Regel erst dann feststellbar, wenn man versucht, den Konsum zu beenden oder eventuell einzuschränken. Dann allerdings finden sich für den Betroffenen immer noch diverse „Gründe“ und „Ausreden“, die ihn veranlassen, zu glauben, dass es doch nicht so ernst ist. Das liegt leider im Wesen dieser Erkrankung, es gehört sozusagen dazu. Der Betroffene rechtfertigt sich innerlich in gewisser Weise vor sich selbst um nicht zugeben zu müssen, dass etwas „ganz und gar nicht stimmt“. Das ist ja auch verständlich – niemand möchte freiwillig zugeben, dass er abhängig ist. Das wäre ein Eingeständnis einer Niederlage – und so weit ist es leider noch nicht – oder zumindest schaffen das die Wenigsten.


Aber vielleicht wird man doch etwas unruhig und denkt nun öfter darüber nach, ob man evtl. doch betroffen sein könnte.

Und jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, an dem man einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen sollte.
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Aber meist beruhigt man sich selbst und tut es leider doch nicht...


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Die meisten Arten der Abhängigkeit haben einen psychischen und einen körperlichen Anteil, wobei die psychische Abhängigkeit nahezu immer vorhanden ist und leider auch schwieriger zu behandeln als die körperliche Abhängigkeit.



Nicht die Alkoholmenge ist entscheidend !

Viele glauben, dass ein Alkoholabhängiger viel mehr Alkohol trinken müsse als andere es tun. Das ist jedoch nicht richtig. Auf die Menge des Alkohols, die jemand zu sich nimmt, kommt es nicht an, denn schließlich wird Alkohol nicht von allen Menschen gleich gut vertragen. Genauso ist nicht unbedingt gesagt, dass ein Alkoholabhängiger täglich Alkohol trinken muss - manche kommen tage - oder sogar wochenlang ohne einen Tropfen Alkohol aus, dann jedoch überfällt sie das nahezu unbezwingliche Verlangen nach Alkohol. Wenn sie Alkohol trinken, haben die meisten Abhängigen keine Kontrolle mehr über sich. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Alkoholabhängigkeit in Deutschland als Krankheit angesehen wird. Statt von Abhängigen spricht man deshalb auch von Alkoholkranken.

Wenn aus irgendwelchen Gründen kein Alkohol getrunken wird, können Entzugserscheinungen wie Zittern, Angst, innere Unruhe, Übelkeit, Schweißausbrüche, Ein - und Durchschlafstörungen auftreten. Diese Symptome verschwinden nach Alkoholkonsum.

Wenn der Betroffene dem Verlangen nach Alkohol nicht widerstehen kann, ist die Rede von seelischer oder psychischer Abhängigkeit; wenn der Körper den Alkohol benötigt, um richtig zu funktionieren, sprechen Fachleute von körperlicher Abhängigkeit. Nicht immer geht jedoch mit der seelischen auch die körperliche Abhängigkeit einher - die körperliche Abhängigkeit ist meist mit der seelischen gekoppelt

Sucht, Alkohol, Medikamente

Allgemeines:

Bis zum Jahre 1964 unterschied die (WHO) in ihrer Definition zwischen Sucht (addiction) und Gewöhnung (habituation). Zwischen Sucht und Gewöhnung bestand nach dieser Definition kein grundsätzlicher, sondern vielmehr nur ein gradueller Unterschied. Da es jedoch zweifelhaft erschien, ob eine scharfe Trennung von physischer und psychischer Abhängigkeit möglich ist.

1964 gab die WHO die Unterscheidung von Gewöhnung und Sucht auf und führte den Begriff Abhängigkeit (dependence) ein. Demnach werden Sucht (addiction) und Gewöhnung (habituation) nicht mehr unterschieden.

Abhängig sein bedeutet vor allem, unfrei sein. Wer abhängig ist, kann Versprechungen und gute Vorsätze nicht einhalten. Enttäuschungen sind daher unausweichlich.

"Abhängigkeit" kennzeichnet einen psychischen und gegebenenfalls auch physischen Zustand, der sich aus der Wechselwirkung zwischen Individuum und Droge ergeben und mit drei zentralen Phänomenen verknüpft sein kann:

1.) Entwicklung einer Toleranz

2.) Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit und

3.) Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit (z.B. Spielsucht)


a) Alkohol

Für den Alkohol-Typ der Drogenabhängigkeit formulierte die WHO eine eigene Definition: "Alkoholiker sind exzessive Trinker, deren Abhängigkeit vom Alkohol einen solchen Grad erreicht hat, dass sie deutliche geistige Störungen oder Konflikte in ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit, ihren mitmenschlichen Beziehungen, ihren sozialen und wirtschaftlichen Funktionen aufweisen; oder sie zeigen Prodrome einer solchen Entwicklung; daher brauchen sie Behandlung."

Alkohol (und Nikotin) sind die beiden in unserer Gesellschaft am weitest verbreiteten Suchtgifte. Sie werden als "Genussmittel" bezeichnet, obwohl längst erwiesen ist, dass die Bilanz ihres Konsums negativ ist. Es gibt weit mehr Todesfälle infolge unmäßigen Alkoholkonsums und infolge des Rauchens als durch die sogenannten "Drogen". Die Zahl der Alkoholtoten liegt in Deutschland bei etwa 40.000 jährlich.
Alkoholische Getränke sind in jedem Supermarkt frei und unbegrenzt erhältlich, und selbst die Jugendschutzgesetze schützen hier nur bedingt. Der Konsum alkoholischer Getränke einschließlich übermäßigen Trinkens und leichter Trunkenheit ist sozial akzeptiert. Nur Volltrunkenheit wird meist abgelehnt. Trinkfestigkeit, stets ein Zeichen von Alkoholgewöhnung und damit einer Vorstufe der Alkoholabhängigkeit, gilt vielen noch als "Mannestugend". Kaum ein Ereignis oder Gefühl, das nicht Anlass zum Trinken böte. Alkohol ist für die meisten Menschen alltäglich. Dementsprechend verbreitet ist auch sein Missbrauch.

In Deutschland gibt es nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS, Hamm), wie erwähnt, rund 2,5 Millionen behandlungsbedürftige Alkoholkranke: darin doppelt so viele Männer wie Frauen. Der Anteil von Frauen steigt seit Jahren ständig an. Besonders problematisch ist die wachsende Zahl jugendlicher Konsumentinnen und Konsumenten, denn das Nervensystem junger Menschen reagiert sehr viel empfindlicher auf Alkohol, als das Erwachsener.


b) Medikamente

Medikamente sind synthetische oder natürliche Stoffe, mit denen man die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktion des menschlichen Körpers bzw. seelische Zustände im heilenden Sinne beeinflussen kann. Nicht alle, sondern nur einige Medikamente machen abhängig, vor allem Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel, aber auch Appetitzügler, einige Migränemittel und einige Mittel, die der Narkosevorbereitung dienen. Die große Mehrzahl der Medikamente macht nicht abhängig.

Der Medikamentenmissbrauch hat in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen. Wer Medikamente zwanghaft und fortgesetzt ihrer seelischen Wirkung wegen einnimmt, ist abhängig. Die von der DHS geschätzte Zahl behandlungsbedürftiger Abhängiger in Deutschtand liegt, bei rund 1,4 Millionen. Etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen.

Hinzu kommt der Medikamentenmissbrauch von Alkohol- und Drogenabhängigen.

Oft wird das (spätere) Suchtmittel während einer ärztlichen Behandlung kennen gelernt und die Einnahme erscheint auch bei selbständiger Fortsetzung "legitimiert" zu sein. Medikamentenabhängigkeit (unauffällige, rasche Einnahme, keine "Fahne") ist schwer zu erkennen und bleibt oft lange ohne Behandlung. Bei der Einführung neuer Arzneimittel achtete man nicht immer ausreichend auf ihr Suchtpotential und durch offensive Verkaufs- bzw. Werbestrategien trägt die Pharmaindustrie zuweilen selbst zur Verbreitung des Missbrauchs bei.

Nebenbei: Der Missbrauch von Abführmitteln (Laxantien) und harntreibenden Mitteln (Diuretika) steht in ursächlichem Zusammenhang mit den Essstörungs-Süchten.

c) Therapie

Sowohl physische wie psychische Gewöhnung gewährleisten das Andauern einer Sucht. Die Beseitigung nur einer der beiden Komponenten beseitigt nicht die Sucht.

Während bei körperlichen Krankheiten die meisten Menschen bereit sind, sich von Fachleuten helfen zu lassen, ist dies bei manchen seelischen Leiden nicht der Fall. Abhängige verbergen ihr Leiden in aller Regel solange wie irgend möglich. Vor den anderen und vor sich selbst, auch wenn sie insgeheim bereits wissen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Sie fühlen sich schuldig an ihrem Zustand und schämen sich ihrer vermeintlichen Willensschwäche. Hinzu kommt, dass sie genau wissen: Hilfe bedeutet immer auch die Entwöhnung vom Suchtmittel, und ihre Angst, dann ins Leere zu fallen, ist übermächtig. Bedenkt man, wie lange bereits das süchtige Verhalten als Reaktion auf die verschiedensten Stimmungen, Erlebnisse und Bedürfnisse diente, und durch wie viele neue Verhaltensweisen und Einstellungen es im Laufe der Genesung ersetzt werden muss, wird diese Angst begreiflich.

Abhängige überwinden diese Hindernisse oft erst unter größtem, durch äußere Umstände erzeugten Druck, wie Arbeitsplatzverlust, Schulabgang, finanzielle Notlage oder Trennung von der Familie. Erst wenn sie unter den Folgen ihrer Abhängigkeit mehr leiden, als sie ihnen andererseits noch Lustgewinn oder Trost verschafft, können sie sich ihre Situation eingestehen und den Willen zur Veränderung finden.

Wichtige Selbsthilfe- und Abstinenzgruppen:

Anonyme Alkoholiker (AA), Blaues Kreuz. Guttempler. Kreuzbund, Freundeskreise. In Deutschland gibt es ca. 1.200 Beratungsstellen für Abhängige und Gefährdete.

Mittlerweile bieten viele Beratungsstellen und Kliniken Beratung und Therapie speziell für Frauen an.
Dimensionen der Sucht

Alkohol ist neben dem Rauchen das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Die Grenze, an der Genuss aufhört und Sucht anfängt, ist fließend. Mäßiger Alkoholgenuss muss nicht gleich zur Alkoholabhängigkeit führen. Man versucht die Abhängigkeit durch mehrere Faktoren zu umschreiben. Erst wenn drei oder mehr dieser Faktoren vorliegen, spricht man von Alkoholabhängigkeit:



Zwang: Sie verspüren den starken Wunsch, Alkohol zu trinken.


Kontrollverlust: Sie sind nicht mehr in der Lage, die Menge des Alkoholkonsums vernünftig zu steuern.


Entzugserscheinungen: Nach Absetzen oder Einschränkung des Alkoholkonsums treten körperliche Beschwerden auf.


Gewöhnung (Toleranzerhöhung): Sie benötigen immer mehr Alkohol, um die ursprüngliche Wirkung zu erreichen.


Vernachlässigung: Sie gehen nicht mehr Ihren Interessen nach oder wirken mit der Zeit ungepflegt.


Anhaltender Alkoholkonsum trotz Gesundheitsschäden: Sie trinken, obwohl ärztliche Untersuchungen eindeutig ergeben haben, dass Ihre Gesundheit in Gefahr ist.


Alkoholkonsum zu unpassenden Zeiten: Sie sind während der Arbeitszeit oder auch im Straßenverkehr alkoholisiert.


Alkoholkonsum ohne Rücksicht auf soziale Auswirkungen: Sie trinken weiter, obwohl Sie Probleme in der Familie haben oder der Alkohol der Grund eines drohenden Arbeitsplatzverlustes ist.


Man unterscheidet zwischen unterschiedlichen Trinkgewohnheiten und Abhängigkeitsgraden:


Der Konflikttrinker (Alpha-Trinker) benötigt größere Mengen Alkohol nur in Konfliktsituationen (Erleichterungstrinken). Er ist psychisch abhängig.


Der Gelegenheitstrinker (Beta-Trinker) trinkt nur zu bestimmten Anlässen im Übermaß wie auf Festen oder im Urlaub. Gelegenheitstrinker sind nicht alkoholabhängig. Sie sind aber hochgradig gefährdet, alkoholabhängig zu werden. Zu dieser Gruppe gehören deutlich mehr Menschen, als in der Gesellschaft angenommen wird.


Der süchtige Trinker (Gamma-Trinker) kann die Höhe seines Alkoholkonsums nicht mehr steuern. Für kurze Zeit kann er zwar auf Alkohol verzichten, er gewöhnt sich aber an immer höhere Mengen. Damit geht die psychische Abhängigkiet zunehmend in eine körperliche über.


Der Gewohnheitstrinker (Spiegeltrinker, Delta-Trinker) trinkt kontinuierlich und erlebt dabei meist keine Rauschzustände mehr. Er ist körperlich abhängig: Denn fällt sein Blutalkoholspiegel ab, kommt es rasch zu Entzugserscheinungen.


Der episodische Trinker (Quartalsäufer, Epsilon-Trinker) trinkt zu besonderen Gelegenheiten oder Konfliktsituationen. Im Gegensatz zum Beta-Trinker verfällt er dann aber in mehrtägige Trinkexzesse mit einem ernormen Alkoholverbrauch. Der Epsilon-Trinker ist psychisch abhängig. Trotzdem kann er wochen- oder sogar monatelang abstinent bleiben.



Welche Konsequenzen hat ein erhöhter Alkohol-Konsum?

Übermäßiger Alkoholkonsum macht abhängig und schadet sowohl den Organen als auch der Seele. Krankheiten, zu deren Entstehung Alkohol beiträgt, sind:



Akute Alkoholvergiftung,


Leberentzündung (Hepatitis),


Fettleber,


Leberzirrhose,


Alkoholpsychosen, Delir,


Nervenschädigungen, periphere Polyneuropathie,


Kehlkopfkrebs,


Speiseröhrenkrebs,


Bauchspeicheldrüsenkrebs,


Magenkrebs,


Leberkrebs,


Herzmuskelschwäche (Kardiomyopathie), auch mit Herzrhythmusstörungen,


Bluthochdruck,


Depressionen,


alkoholbedingte Demenz (Korsakow-Syndrom),


Alkohol-Embryopathie bei Kindern alkoholkranker Mütter;


Um Ihre Gesundheit nicht zu gefährden, sollten Sie Ihre persönlichen Grenzen in Bezug auf den Alkoholkonsum genau kennen und einhalten. In Schwangerschaft und Stillzeit ist Alkohol tabu. Auch sonst solllten Sie darauf achten, dass Sie nicht mehr trinken, als Ihnen gut tut. Das gilt ganz besonders in persönlichen Krisenzeiten. Alkohol treibt bestehende Probleme in Familie und Beruf auf die Spitze.

Alkohol enthemmt und steigert die Risikobereitschaft. Unter Alkoholeinfluss neigt jeder dazu, Situationen falsch einzuschätzen. Wenn Sie Alkohol getrunken haben, sollten Sie daher beispielsweise nicht Auto fahren - auch dann nicht, wenn Sie das Gefühl haben, dass es "nur ein Bier" war.



Wie können Sie den Alkoholkonsum kontrollieren?

Wenn Sie selbst den Eindruck haben, dass Ihnen ein gemäßigter Umgang mit Alkohol nicht so recht gelingen mag, können Ihnen diese Anregungen viellleicht helfen. Manche stellen auch eine Möglichkeit dar, für den Arzt seines Vertrauens eine zutreffende Beschreibung der aktuellen Situation zusammmenzustellen.



Achten Sie darauf, wie viel Sie trinken.


Notieren Sie sich gegebenenfalls jedes Glas Alkohol in Ihrem Kalender.


Reden Sie mit Ihrem Partner oder einem guten Freund, welche Möglichkeiten den Konsum zu reduzieren, Ihnen am effektivsten erscheinen.


Trinken Sie keinen Alkohol am Arbeitsplatz.


Trinken Sie nie alleine.


Diese Liste kann man jederzeit verlängern. Schreiben Sie alle Vorschläge auf, die Ihnen einfallen. Suchen Sie anschließend die Vorschläge heraus, die Ihnen wirklich brauchbar erscheinen und testen Sie sie. Nach einer Weile sollten Sie sich mit einem Freund oder Ihrem Partner zusammensetzen und über die gemachten Erfahrungen reden.



Wenn Sie es nicht alleine schaffen

Ihr Hausarzt oder eine Beratungsstelle helfen Ihnen, wenn Sie es nicht alleine schaffen. Sie müssen nur den Mut aufbringen, sich und anderen einzugestehen, dass Sie Ihren Alkoholkonsum nicht mehr unter Kontrolle haben.



Entzugserscheinungen

Schon die Entscheidung, weniger zu trinken, ist schwierig. Wenn Sie auch noch zitternde Hände, Schweißausbrüche, Unruhe oder andere Entzugserscheinungen bekommen, wenden Sie sich unbedingt an einen Arzt. Er wird mit Ihnen zusammen die Möglichkeiten zur Entgiftung (bis die körperlichen Entzugserscheinungen ausgestanden sind) und Entwöhnung (Lösung von der psychischen Abhängigkeit) besprechen.



Wo können Sie mehr in Erfahrung bringen?

Ihr Hausarzt und öffentliche Organisationen, Vereine und Beratungsstellen, die sich mit Alkoholismus beschäftigen, informieren Sie gern. Wenden Sie sich vor allem an Selbsthilfegruppen. Die älteste und bekannteste Organisation sind sicher die Anonymen Alkoholiker. Hier erfahren Sie auch die Anschriften von lokalen Gruppen.



Prognose

Ohne Therapie ist die durchschittliche Lebenserwartung eines Alkoholikers um 12 Jahre vermindert. Häufigste Todesursache sind Selbstmord (15 Prozent aller Alkoholiker), Unfälle, Herzerkrankungen und Krebserkrankungen. Trotz konsequenter Nutzung aller therapeutischen Möglichkeiten sind nur 45 Prozent der ehemaligen Alkoholkranken vier Jahre nach Ende einer Therapie noch abstinent. Genau da liegt der Haken: Die meisten Alkoholkranken sind nicht ausreichend kontinuierlich und stabil in ihrem Wunsch, von der Flasche loszukommen


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