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Jan Ullrich "Ich bin auch auf meine zweiten Plätze stolz"
Die Duelle zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich dominierten jahrelang die Tour de France. Beide Sportler stehen seit langem unter Dopingverdacht, dem Amerikaner sollen deshalb seine größten Siege aberkannt werden. Die Reaktion des Deutschen: verhalten.
Berlin - Bergetappe von Alpe d'Huez, Lance Armstrong und Jan Ullrich liefern sich eines ihrer spannendsten Duelle. Es geht auf den Gipfel zu, Ullrich sitzt tief im Sattel, tritt mit hochrotem Kopf. Und dann zieht Armstrong plötzlich an, tänzelt sein berühmtes, so locker wirkendes Nähmaschinen-Stakkato und zieht uneinholbar davon. Am Ende triumphiert Armstrong, Ullrich wird nur Zweiter.
Die Duelle zwischen den beiden Top-Radsportlern bestimmten jahrelang das wichtigste Radrennen der Welt, die Tour de France. Die Erinnerung an diese Zeit ist jedoch seit langem durch Dopingverdacht überschattet.

Lance Armstrong dürften nun sogar alle sieben Tour-Siege aberkannt werden. Er hat darauf verzichtet, sich in einem Prozess gegen die Vorwürfe zur Wehr zu setzen.

Jan Ullrich kommentierte die Entscheidung gewohnt zurückhaltend. "Das beschäftigt mich nicht mehr groß", sagte der ehemalige Radprofi am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Ullrich war 2000, 2001 und 2003 einzig von Armstrong bei der "Großen Schleife" durch Frankreich geschlagen worden.

"Ich weiß, wie damals die Reihenfolge am Zielstrich war", betonte Ullrich, dessen Landsmann Andreas Klöden 2004 hinter Armstrong Zweiter geworden war. "Ich habe mit meiner Profikarriere abgeschlossen und habe immer gesagt, dass ich auch auf meine zweiten Plätze stolz bin."

Der inzwischen 38-jährige Ullrich war im Februar vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen nachgewiesenen Dopings im Rahmen der Fuentes-Affäre für zwei Jahre bis zum 22. August 2013 gesperrt worden. Das Verfahren dauerte sechs Jahre. Während seiner aktiven Profizeit von 1994 bis 2006 hatte Ullrich Doping stets bestritten und tat sich auch nach seiner Verurteilung mit einem Eingeständnis schwer, obwohl Indizien seit langem schwer auf ihm lasteten.

Ex-Trainer Bruyneel: Ungerechter Prozess

Lance Armstrongs ehemaliger Teamchef Johan Bruyneel reagierte mit Bedauern auf die Entscheidung seines ehemaligen Schützlings, sich nicht mehr gegen die Vorwürfe durch die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada zu wehren. "Es tut mir leid für Lance und für den Radsport generell", schrieb der nicht weniger umstrittene Belgier in seinem Blog am Freitag. "Lance hat sich nie von einem fairen Kampf in seinem Leben zurückgezogen, daher unterstreicht die heutige Entscheidung, wie ungerecht dieser Prozess gewesen ist", meinte Bruyneel.
Dem früheren Armstrong-Intimus und jetzigen RadioShack-Teammanager Bruyneel wird selbst die Anwendung und der Handel mit Dopingpräparaten vorgeworfen. Bruyneel hat bereits Einspruch gegen die Usada-Anklagen eingelegt. Bei der diesjährigen Tour de France hatte Bruyneel sein Team, für das auch die beiden deutschen Profis Andreas Klöden und Jens Voigt fahren, nicht betreuen können.

Bruyneel nutzte die Gelegenheit, um auch auf seine Belange noch einmal aufmerksam zu machen. "Ich hoffe, dass es bald klar sein wird, dass es in dem Fall, den die Usada gegen mich angestrengt hat, nie so weit hätte kommen dürfen", schrieb der Belgier.

Der Usada-Chef Travis Tygart selber teilte in einem Schreiben in einer ersten Reaktion mit: "Das ist ein trauriger Tag für alle von uns, die den Sport und unsere Athleten-Helden lieben." Er legte aber auch noch einmal nach. "Das ist ein Herzen brechendes Beispiel, wie diese Gewinnen-um-jeden-Preis-Kultur im Sport, wenn sie nicht mehr kontrolliert wird, von fairem, sicherem und ehrlichem Wettkampf Besitz ergreift."
24.8.12 17:32
 


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