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Armstrong und die Folgen Doper unter sich
Was wird aus Lance Armstrongs Tour-de-France-Siegen? Die Usada will dem Ex-Radprofi alle sieben Titel aberkennen lassen, doch das ist nicht ganz so einfach. Einerseits gibt es eine Verjhrungsfrist. Vor allem aber stehen auch die Nachrcker unter Dopingverdacht - oder sind sogar verurteilt
Knig der Tour de France": So wurde Lance Armstrong frher einmal genannt. Niemand dominierte die Rundfahrt mehr als der US-Amerikaner, niemand gewann das hrteste Radrennen der Welt hufiger. Von 1999 bis 2005, siebenmal in Folge, triumphierte Armstrong. Doch schon bald knnte sein Name aus der Siegerliste gelscht werden.
Weil Armstrong darauf verzichtet, sich vor einem Schiedsgericht gegen die Dopingvorwrfe der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada zu wehren, droht ihm die Aberkennung seiner sieben Tour-Titel. So will es die Usada. Eine heikle Angelegenheit, aus zweierlei Grnden: erstens wre das nicht mit dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) vereinbar; und zweitens wrde ein verurteilter Dopingsnder nachtrglich zum Dreifach-Sieger erklrt werden - Jan Ullrich.
"Ich bin erstaunt darber, dass in dem Fall Armstrong nicht errtert wird, dass es eigentlich nach Wada-Code eine achtjhrige Verjhrungsfrist gibt", sagte der Heidelberger Rechtsanwalt und Sportrechtsexperte Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst. Demnach wren alle mglichen Dopingvergehen vor 2004 verjhrt, Armstrong wrde also nur zwei seiner Titel verlieren.
Diese Verjhrungsfrist kam 2007 auch bei Bjarne Riis zum Tragen. Der dnische Toursieger von 1996 hatte damals ein Doping-Gestndnis abgelegt, woraufhin ihm der Tour-Organisator ASO den Titel aberkannte. Daraufhin intervenierte der Radsport-Weltverband UCI und machte die Verjhrungsregel geltend. Riis darf sich daher weiterhin erster und bislang einziger dnischer Tour-de-France-Sieger nennen.
Die Usada will jedoch erwirken, dass Armstrong alle seine Tour-Titel verliert und smtliche Ergebnisse Armstrongs seit dem 1. August 1998 gestrichen werden. Die Aberkennung von Siegen kann zwar nur die UCI vornehmen; Usada-Prsident Travis Tygart sagt jedoch, der Weltradsportverband als Unterzeichner des Welt-Anti-Doping-Kodex sei "verpflichtet, unsere Entscheidung anzuerkennen und zu verhngen". Die UCI hat zum Fall Armstrong bislang noch keine Stellung bezogen.
Sollten dem Tour-Rekordsieger Titel aberkannt werden, unabhngig ob zwei oder sieben, htte der Weltradsportverband aber das nchste Problem: die Nachrcker, die von Platz zwei auf Platz eins rutschen wrden. Fr 2004 wre das Andreas Klden, der damals fr das deutsche Team Telekom fuhr, bei dem systematisches Doping stattgefunden haben soll. Klden bestreitet die massiven Dopingvorwrfe gegen ihn seit Jahren. 2005 war Ivan Basso Zweiter. Der Italiener wurde ein Jahr spter im Zuge des Skandals um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes von der Tour ausgeschlossen.
Sollte die Usada mit ihrem Plan erfolgreich sein, Armstrong smtliche Tour-Titel abzuerkennen, knnte Ullrich, Zweiter 2000, 2001 und 2003, vom ein- zum viermaligen Sieger der Tour de France werden. Der Deutsche hatte 1997 bei der Rundfahrt triumphiert. "Ich schaue nicht auf diese Titel, ich verfolge das Verfahren auch nicht intensiv. Ich bin stolz auf meine zweiten Pltze. Wenn der Fall tatschlich eintritt, werde ich mich dazu uern. Bis dahin ist das Spekulation", sagte Ullrich dem "Tagesspiegel".

Im Gegensatz zu Klden und Basso wurde Ullrich sogar wegen Dopings schuldig gesprochen, der Internationale Sportgerichtshof Cas erkannte ihm alle seine Erfolge ab 2005 ab. Zwar besteht nach wie vor der Verdacht, Ullrich habe auch schon in den Jahren zuvor gedopt; nach Ansicht des Cas war eine Zusammenarbeit Ullrichs mit Fuentes aber erst ab dem 1. Mai 2005 zweifelsfrei bewiesen. Auch Alex Zlle, Zweiter 1999, und Joseba Beloki, Zweiter 2002, haben eine Doping-Vergangenheit. Und auch fast alle Tour-Dritten zwischen 1999 und 2005 wurden des Dopings berfhrt.

Wegen all dieser Fakten hat sich der deutsche Anti-Doping-Experte Fritz Srgel gegen eine mgliche Weitergabe der Tour-Siege in den besagten Jahren ausgesprochen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Das wre lcherlich. Die Top Ten drften damals alle gedopt gewesen sein."
24.8.12 17:31
 


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