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Runde 1 im grten Quotenduell des Herbsts
Gottschalk vs. Lanz; Das Supertalent vs. das neue Wetten, dass..?: Wir schauen nochmal auf 2011 zurck und zeigen, wie sich die Shows schon damals duellierten - und wer letztlich gewann.
Bhne frei fr Markus Lanz in Dsseldorf. Am Abend wird der Sdtiroler erstmals als Moderator der ZDF-Show Wetten, dass..? zu sehen sein. Erffnet ist somit auch Runde eins des grten Quotenduells in diesem Herbst. Denn parallel dazu wird RTL eine weitere Ausgabe seiner Sendung Das Supertalent zeigen. Ex-Wetten, dass..?-Mann Thomas Gottschalk tritt somit direkt gegen seinen Nachfolger an. Das sorgte schon vor Wochen fr Schlagzeilen, soll Gottschalk doch angeblich bei RTL angefragt haben, ob man Das Supertalent an Wetten, dass..?-Samstagen nicht pausieren lassen knne.
Nun also wird es in diesem Herbst drei Duelle geben: Zumindest im ersten drfte der Neugierfaktor Markus Lanz einen deutlichen Sieg bescheren. Aber schon ab November knnte es dann eng werden. Wer aber lag eigentlich zuletzt vorne? Wetten, dass...? lief bis dato zum letzten Mal am 3. Dezember 2011 im ZDF die letzte Folge mit Gottschalk holte mit 14,73 Millionen Zuschauern die beste Reichweite seit einigen Jahren 39,1 Prozent Marktanteil kamen bei den Jungen zusammen. Die Werte heben den Schnitt der ZDF-Sendung in der Herbstsaison 2011 natrlich deutlich an. An jenem 3. Dezember hatte Das Supertalent gegen den Unterhaltungsklassiker jedenfalls keine Chance. 20,2 Prozent holte RTL damals in der Zielgruppe, insgesamt waren 4,85 Millionen dabei.
Das drften auch grobe Richtwerte fr diesen Samstag sein. Schafft es RTL auf mehr als fnf Millionen Zuschauer, wre man in Kln wohl schon einverstanden. Ohnehin sind fr die Klner die Duelle zwei und drei viel wichtiger. Denn: Normale Wetten, dass..?-Ausgaben mit Thomas Gottschalk bescherten dem ZDF vor einem Jahr 9,03 und 9,96 Millionen Zuschauer mglich, dass die Reichweiten bei Lanz sinken. Die Zielvorgabe liegt seitens des Senders bei acht Millionen, wie das ZDF ffentlich klar machte.
Im Schnitt also kam Gottschalk mit seinen drei letzten Wetten, dass..?-Ausgaben auf 11,24 Millionen Zuschauer. Spannend wird hier der Blick auf die Werte bei den Umworbenen: Im Schnitt lag die Finaltour von Thommy hier bei 29,1 Prozent rechnet man aber das Finale heraus, dann kamen die zwei Episoden im Herbst 2011 nur auf etwas mehr als 24 Prozent. Und genau hier wird RTL ansetzen wollen.
Im Schnitt kam die 2011er Staffel der RTL-Castingshow nmlich locker ber diese Werte. Bis zu 40,7 Prozent erreichte das Format damals also mehr als Wetten, dass..? mit seiner Finalshow. Der letztliche Mittelwert der Staffel lag bei 31,2 Prozent. Insgesamt holte die Casting-Show 6,63 Millionen Zuschauer ab drei Jahren. Mit Gottschalk erreichte das Format in diesem Jahr diese Werte allerdings nicht. Der aktuelle Zuschauerschnitt liegt bei 5,90 Millionen, bei den Umworbenen wurden 30,4 Prozent Marktanteil ermittelt. Auch wenn die Sache im Quotenduell an diesem Wochenende schnell entschieden sein drfte, im November und Dezember werden sich die Formate ein heies Duell liefern. Und es wre nicht verwunderlich, wenn Gottschalk zumindest in der Zielgruppe von RTL die Nase vorn htte.
bayern01 am 6.10.12 17:53


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Markus Lanz in BILD Gottschalk will uns
nicht schaen"
ZDF spricht von Fehler bei Freigabe eines Focus"-Interviews
Riesen-Wirbel um Wetten, dass..?! In der aktuellen Ausgabe des Focus spricht Markus Lanz (43) ber seinen Vorgnger Thomas Gottschalk (62).

Der neue Wetten, dass..?-Moderator wird mit den Worten zitiert: Ich bin mir ganz sicher, dass er ,Wetten, dass..?' schaden will."

In BILD (Montagsausgabe) dementiert Markus Lanz diesen Satz. Nach seiner Aussage fehle im Focus das entscheidende Wort nicht".

Lanz zu BILD: Ich wei, dass Thomas Gottschalk nichts ferner liegt, als der Sendung, die so sehr mit ihm verbunden ist, zu schaden. Warum das Wrtchen ,nicht` aus dem Originalzitat gerutscht ist, wei ich nicht. Ich wei aber, dass es sehr viel wichtigere Probleme auf der Welt gibt als das."

Am 6. Oktober bestreitet Markus Lanz (43) seine erste Wetten, dass ..?-Show im ZDF. Gottschalk wird als Jurymitglied bei Das Supertalent bei RTL zu sehen sein zur selben Sendezeit wie seine Ex-Show.

Laut ZDF handelt es sich bei dem Focus-Zitat um ein reines Versehen, einen redaktionellen Fehler bei der Freigabe des Interviews. Markus Lanz habe Thomas Gottschalk nicht vorgeworfen, er wolle Wetten, dass..? schaden.

ZDF-Sprecher Alexander Stock: In der entsprechenden Interviewpassage mit dem Focus hatte Markus Lanz wrtlich gesagt: 'Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass..?' nicht schaden will.' Das Wort 'nicht' ist im Zuge der Autorisierung des Interviews aus nicht nachvollziehbaren Grnden gelscht worden. Leider ist uns der Fehler nicht aufgefallen.

Markus Lanz habe in allen ffentlichen uerungen seinen Respekt vor der Leistung Thomas Gottschalks zum Ausdruck gebracht und auch, dass er davon berzeugt ist, dass er mit seinem Engagement bei RTL nicht die Absicht habe, Wetten, dass..? zu beschdigen.

Nach 30 Jahren hatte Thomas Gottschalk 'Wetten, dass ..?' verlassen, sitzt nun in der Supertalent-Jury.

Tatschlich sagte Lanz dem Focus auch: Der Druck ist sehr hoch, ich versuche also tapfer, ihn zu ignorieren,. Und ber Thomas Gottschalk: Ihn ersetzen zu wollen, wre vermessen ... Er ist einer der Helden meiner Jugend und wird es immer bleiben.
bayern01 am 2.9.12 17:53


uerung ber Gottschalk Wirbel um Lanz-Interview
Mnchen - Knapp fnf Wochen sind es noch bis zur ersten "Wetten, dass..?"-Sendung mit Markus Lanz, doch schon jetzt hat der Moderator richtig Wirbel verursacht - wenn auch offenbar ungewollt. Grund ist ein Interview des 43-Jhrigen im "Focus", in dem er auch ber seinen Vorgnger Thomas Gottschalk und dessen Engagement beim RTL-Format "Das Supertalent" spricht
"Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass..?' schaden will", wird Lanz zitiert. Das ZDF wies dies jedoch umgehend zurck und erklrte, Lanz sei in dem Interview falsch zitiert worden. "In der entsprechenden Interviewpassage mit dem 'Focus' hatte Markus Lanz wrtlich gesagt: 'Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass..?' nicht schaden will'", teilte ZDF-Sprecher Alexander Stock mit. Das Wort "nicht" sei im Zuge der Autorisierung des Interviews aus nicht nachvollziehbaren Grnden gelscht worden. "Leider ist uns der Fehler nicht aufgefallen", so Stock.
Lanz sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich wei, dass Thomas Gottschalk nichts ferner liege, als der Sendung, die so sehr mit ihm verbunden ist, zu schaden." Warum das Wrtchen ,nicht' aus dem Originalzitat gerutscht sei, wisse er nicht. "Ich wei aber, dass es sehr viel wichtigere Probleme auf der Welt gibt als das."
Der Satz sei dem ZDF in der verffentlichten Form zur Autorisierung vorgelegt worden, teilte der "Focus" mit. Die Redaktion hatte die ZDF-Pressestelle nach eigenen Angaben am Donnerstag darauf hingewiesen, dass das Originalinterview bei der Autorisierung vom Sender an mehreren Stellen massiv gendert worden sei. Man habe deswegen Gesprchsbedarf angemeldet, heit es in der Mitteilung. Daraufhin habe das ZDF per E-Mail erklrt, eine "nochmalige berarbeitung ist sicher schon zeitlich nicht mglich", das Interview mit Markus Lanz sei "gelungen" und auerdem "dicht am Original".
Hintergrund der Debatte: Die erste "Wetten, dass..?"-Sendung mit Lanz luft am 6. Oktober parallel zum "Supertalent" auf RTL, wo Gottschalk neben Dieter Bohlen und Michelle Hunziker in der Jury sitzt. Die beiden Shows drften sich ein enges Rennen um den Quotensieg liefern.
In dem Interview sagte Lanz auch, es wre vermessen, Gottschalk ersetzen zu wollen. "Ich erinnere mich gut an seine ersten Auftritte: eine Naturgewalt! Deshalb ist er einer der Helden meiner Jugend und wird es immer bleiben."
In diesem Jahr wird "Wetten, dass..?" dreimal zu sehen sein: Am 6. Oktober kommt die Sendung aus Dsseldorf, am 3. November aus Bremen und am 8. Dezember aus Freiburg. "Das Supertalent" luft ber drei Monate hinweg. Als "Wetten, dass...?"-Moderator hatte sich Gottschalk am Samstagabend regelmig Quotenduelle mit Bohlens RTL-Shows "Das Supertalent" und "DSDS" geliefert.
bayern01 am 2.9.12 17:51


Klner Zoo Tiger ttet Pflegerin
Drama im Klner Zoo: Ein Tiger brach aus seinem Gehege aus, griff eine Pflegerin an und verletzte sie tdlich. Der Direktor des Tiergartens selbst griff daraufhin zur Waffe und erschoss das Raubtier.
Kln - Weil das Tor zum Gehege offenbar nicht sachgem geschlossen war, ist ein Tiger am Samstag im Klner Zoo ausgebrochen. Er fiel eine Pflegerin an und verletzte sie schwer. rzte versuchten noch, das Leben der Frau zu retten - vergeblich.
Um das Tier zu stoppen, griff Zoodirektor Theo Pagel zum Gewehr und erschoss den Tiger. Unmittelbar nach dem Vorfall wurde das gesamte Gelnde evakuiert, alle Besucher in Sicherheit gebracht. Die Polizei sicherte das Terrain mit bewaffneten Einsatzkrften. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Gegen 13 Uhr wurde der Zoo laut dem Klner "Express" wieder fr Besucher geffnet.
Ersten Erkenntnissen zufolge arbeitet die Pflegerin im Gehege des Tigers, verschloss aber die Sicherheitsschleuse nicht richtig. Der Zoo sollte am Abend geffnet sein fr eine Sommernacht-Veranstaltung. Ob diese unter den Umstnden stattfindet, ist noch unklar.
Im Oktober 1985 war es im Klner Zoo zu einem hnlichen Vorfall gekommen: Dem weit ber die Landesgrenzen bekannten Schimpansen Petermann gelang es, aus seinem Gehege zu entkommen. Er attackierte den damaligen Zoodirektor Gunther Nogge und verletzte ihn lebensgefhrlich. Das Tier sowie die ihn begleitende Schimpansenweibchen Susi wurden von der Polizei erschossen. Auch in diesem Fall war die Kfigtr nicht ordnungsgem verschlossen.
bayern01 am 25.8.12 17:36


Immunschwche: rzte rtseln ber Aids-hnliche Erkrankung
Mediziner sind einer mysterisen Krankheit auf der Spur: Zahlreiche Menschen in Asien und einige in den USA leiden an einer Immunschwche. Die Symptome erinnern an Aids, doch die Betroffenen sind HIV-negativ. Ein Antikrper scheint die Ursache zu sein - Heilung gibt es bisher nicht.
Sie endeten hufig tdlich und waren lange Zeit von Aids-Patienten schwer gefrchtet: Infektionen wie etwa Lungenentzndungen, gegen die das Immunsystem von Gesunden in der Regel gute Chancen hat - whrend das Abwehrsystem von immungeschwchten HIV-Patienten machtlos ist. Weil sich Erreger diese Schwche der krperlichen Abwehr zunutze machen, heien sie opportunistische Infektionen.




Dagegen hat die Medizin inzwischen wirksame Waffen hervorgebracht: Medikamente gegen HIV, die die Viruslast im Blut drastisch senken und so die Zerstrung der Immunzellen verhindern. So kam es, dass die Zahl HIV-Positiver, die unter einer opportunistischen Infektion leiden, in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken ist.

2004 aber wurden Mediziner hellhrig, als sich sowohl in Thailand als auch in Taiwan die Meldungen von opportunistischen Infektionen offenbar wieder huften. Schwer Kranke suchten rzte auf, deren Symptome typisch fr die von Aids-Patienten waren - mit einem berraschenden Unterschied: Die Betroffenen waren alle HIV-negativ. Mediziner haben sich daran gemacht, dem Phnomen auf die Spur zu gehen, ihre Ergebnisse dazu haben sie jetzt im "New England Journal of Medicine" verffentlicht.

Keine Ansteckungsgefahr

Darin sprechen Sarah Browne vom US-amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Bethesda und ein Team von taiwanischen und thailndischen sowie US-rzten von einer neu identifizierten Erkrankung, einer im Erwachsenenalter erworbenen Immunschwche. Die Krankheit, so das Resmee der Wissenschaftler, scheint nicht vererbbar zu sein. Ob sie durch eine Infektion ausgelst wird, knnen die rzte zwar bisher nicht zu hundert Prozent ausschlieen. Dennoch ist sie offenbar nicht ansteckend, verbreitet sich also nicht von Mensch zu Mensch.

Das Team um Browne untersuchte 106 Patienten, die von den Symptomen betroffen waren. Dabei handelte es sich um Personen, die unter Tuberkulose, tuberkulosehnlichen Lungenerkrankungen oder unter anderen typischen opportunistischen Infektionen litten. In den Blutzellen der Patienten fanden sie gegenber einer Kontrollgruppe eine deutliche Aufflligkeit: 88 Prozent der Probanden hatten einen bestimmten Autoimmunantikrper im Blut.

Bei einer Autoimmunerkrankung richten sich Antikrper nicht wie gewhnlich gegen fremde Eindringlinge im Krper. Vielmehr zielen sie auf krpereigene Eiweimolekle ab und stren so deren Funktion. Jene Autoimmunantikrper, die Browne und ihre Kollegen bei den Betroffenen fanden, docken an das Protein Interferon gamma an. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Signalmolekl, das wiederum das Immunsystem stimuliert und somit wichtig fr die Bekmpfung von Infektionskrankheiten ist.

Machtlos gegen harmlose Keime

HI-Viren schalten dagegen wichtige Zellen des Immunsystems aus, die sogenannten T-Helferzellen. Dennoch haben beide Vorgnge - die Zerstrung der T-Helferzellen sowie die Blockade von Interferon gamma - identische Folgen: Sie schwchen das Immunsystem dramatisch. Der Krper ist gegen harmlose Keime und Erreger machtlos.

Fr die Betroffenen ist das ein groes Problem: "Wir wissen bisher nicht, warum die Immunzellen der Betroffenen diesen Interferon-gamma-Antikrper produzieren", sagt Browne. Offenbar geschieht das aber erst mit zunehmendem Alter, denn die untersuchten Patienten mit den Aids-hnlichen Symptomen waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. Da die direkten Verwandten der Betroffenen nicht erkrankt waren, halten es die rzte fr unwahrscheinlich, dass ein einzelnes defektes Gen fr die Bildung der Antikrper verantwortlich sein knnte.

Dennoch glauben sie, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, da sie die Immunschwchekrankheit bisher vorwiegend bei asiatischen Personen ausfindig machen konnten - oder bei Menschen, die aus Asien stammen. Eine von ihnen war die 62-jhrige Vietnamesin Kim Nguyen. Seit 1975 lebt sie laut einem Bericht von Fox News in Tennessee. 2009 wurde sie schwer krank und von ungewhnlichen Symptomen geplagt. Das Fieber wollte nicht verschwinden, unter anderem wurden Infektionsherde in ihren Knochen entdeckt.

Carlton Hays, ihr betreuender Arzt an der Jackson Clinic in Jackson, erinnerten ihre Symptome zunchst an eine Tuberkulose. Als er aber die richtige Ursache nicht finden konnte und Nguyen dramatisch an Gewicht verlor, berwies er sie an die Spezialisten von den National Institutes of Health (NIH) in Bethesda, die hnliche Flle behandelten. Diese diagnostizierten bei ihr ebenfalls die erworbene Immunschwche. Sarah Browne glaubt, dass die Dunkelziffer der Immunschwche-Patienten hoch sein knnte: "Viele Flle knnten flschlicherweise als Tuberkulose diagnostiziert werden."
Im Gegensatz zu HIV-Patienten, bei denen spezielle Medikamente die Viruslast senken und so vor opportunistischen Infektionen schtzen, haben die Mediziner im Falle der neu identifizierten Immunschwche noch kein wirksames Medikament, mit der sie geheilt werden kann.

Bisher bleibt lediglich, die opportunistischen Erreger zu bekmpfen, etwa mit Hilfe von Antibiotika. In manchen Fllen, sagt Browne, habe bei den Immungeschwchten der Versuch mit einem bestimmten Krebsmedikament geholfen. Dieses unterdrckt die Produktion von Antikrpern und knnte so die Immunschwche mildern.

Die Vietnamesin Nguyen hatte Glck: Nach einem Jahr im Krankenhaus fhlt sie sich inzwischen wieder gesund. Die Angst vor gefhrlichen Keimen wird sie aber vermutlich weiter begleiten.
bayern01 am 24.8.12 19:26


Dopingermittlung gegen Armstrong Sieg ber die Lge
Lance Armstrong kapituliert vor der amerikanischen Anti-Doping-Agentur: Er wird lebenslang gesperrt und verliert wohl alle seine Tour-de-France-Titel. Die US-Ermittler zeigen der Sportwelt, wie echte Aufklrung funktioniert. Davon knnen deutsche Fahnder viel lernen.
Die nationale Anti-Doping-Agentur der USA (Usada) schreibt Sportgeschichte. An diesem Freitagmorgen kndigte sie es an, am Abend machte sie es wahr: Sie hat den Radsportler Lance Armstrong mit einer lebenslangen Sperre belegt. Seine sieben Siege bei der Tour de France werden nun vom Radsport-Weltverband UCI wohl aberkannt. Das ist eine wunderbare Nachricht fr alle, die an sauberem Sport interessiert sind.
Damit hat die Usada mit ihrem seit 2007 amtierenden Chef Travis Tygart, den Armstrong der Hexenjagd bezichtigt, in vorbildlicher Weise gezeigt, was mglich ist, wenn sich eine Agentur dem Druck von Sport, Politik und Sponsoren nicht beugt. Sondern wenn sie selbstndig ermittelt, ihrer Kernaufgabe nachkommt und sich der Wahrheit annhern will.
Die Usada hat sich mit dem spektakulren Fall Armstrong in herausragender Weise emanzipiert. Tygart erklrte nach Jahren des Kampfes schlicht: "Es ist unser Job, nach der Wahrheit zu suchen und Gerechtigkeit walten zu lassen." Eine Devise, die man auch in der Zentrale der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) in Bonn beherzigen sollte.
Wenn nun andere nachtrglich zu Siegern der Tour de France erklrt werden sollten, etwa Jan Ullrich (2000, 2001 und 2003 jeweils Zweiter), der selbst des Dopings berfhrt wurde, wre dies ein Beleg fr die schlechte Arbeit der Nada. Die Nada ist ein Werkzeug der sportpolitischen Allianz aus DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund), BMI (Bundesinnenministerium, Hauptsponsor des Hochleistungssports hierzulande) und Sportausschuss des Bundestages, der seiner Kontrollfunktion nicht nachkommt. Es ist dieser sportpolitische Komplex, der in Deutschland seit langem auch ein wirkungsvolles Gesetz gegen Doping und Korruption im Sport verhindert.
ber den Fall Armstrong wurden bereits Bcher geschrieben. Die Kurzfassung, die den dramatischen Unterschied zwischen den USA und Deutschland verdeutlicht, geht so: Nachdem die Ermittlungen der US-amerikanischen Steuerbehrde gegen Armstrong und dessen ehemaliges Team US Postal eingestellt wurden, lie sich die Usada die Akten kommen und begann auf dieser Grundlage mit eigenen Ermittlungen. Unbeirrt von allen ueren Einflussnahmen.

Wenn dagegen in Deutschland staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aufgrund mangelnder Rechtslage eingestellt werden, obwohl Doping belegt ist, zuletzt in den Fllen der Blutbestrahlung am Olympiasttzpunkt Erfurt und dem Dopingsystem der Uniklinik Freiburg im Profiradsport, drfte bei Nada, DOSB und BMI vor allem Erleichterung einkehren. Die Nada findet dann allerlei Begrndungen fr ihre Unttigkeit, fhrt "eine Vielzahl von Beweisverwertungsverboten" auf und beruft sich sogar auf das Grundgesetz.

Die Methode hat System

Im Grunde waren die USA und Deutschland (in West und Ost) immer ein Schlaraffenland fr Doper. Doch whrend in Deutschland Sport und Politik in einer Allianz bei der Dopingbekmpfung selten effizient waren, wurden in den USA im vergangenen Jahrzehnt die weltweit spektakulrsten Betrugssysteme aufgeklrt: erst das System des Doping-Labors Balco, das mit Designer-Drogen und Doping-Cocktails einen Kontinent bediente; nun das System des Lance Armstrong, der vor der Macht der Fakten kapitulieren musste.
Stets waren dabei Untersuchungen der Steuerbehrde der Ausgangspunkt. In beiden Fllen ermittelte der kahlkpfige, unbestechliche Jeff Novitzky, ber den Tygart einmal sagte: "Man sollte ihm einen Schrein einrichten." Novitzky war einst Steuerfahnder und recherchiert fr die Lebensmittel- und Arzneimittelaufsicht FDA in Washington, eine Bundesbehrde. Er begann seine Ermittlungen gegen Armstrong, der damals fr das Team US Postal aktiv war, um herauszufinden, ob ffentliche Mittel fr Dopingzwecke missbraucht wurden. In beiden komplexen Betrugssystemen - Balco und Armstrong - waren Grand Jurys involviert, wurden Kronzeugenregelungen angewandt. Der einstige Leichtathletik-Superstar Marion Jones musste wegen eidesstattlicher Falschaussagen zur Balco-Affre sogar ins Gefngnis.

Dabei gibt es in den USA, wie in Deutschland, nicht einmal ein Anti-Doping-Gesetz. Tygart und die Usada zeigen, was dennoch mglich ist, wenn man Interesse an Aufklrung hat und alle Informationen verwertet.

Lance Armstrong wird nun womglich auch seine Bronzemedaille verlieren, die er bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney im Zeitfahren gewann. Die drei des Dopings berfhrten oder Verdchtigen aus dem einstigen Team Telekom/T-Mobile dagegen behalten ihre Medaillen des Straenrennens von Sydney: Jan Ullrich, Alexander Winokurow und Andreas Klden.
bayern01 am 24.8.12 19:24


New York Zwei Tote bei Schieerei vor Empire State Building
Schsse im Zentrum Manhattans: Bei einer Schieerei vor dem Empire State Building in New York sind mehrere Menschen verletzt worden. Zwei Menschen wurden Polizeiangaben zufolge gettet, darunter der Tter. Hintergrund soll ein Streit zwischen Arbeitskollegen gewesen sein.
New York - Vor dem Empire State Building in New York hat es eine Schieerei gegeben. Mehrere Menschen sind dabei verletzt worden, Polizeiangaben zufolge wurde der Schtze gettet. Wie der Sender ABC und die "New York Post" bereinstimmend berichten, soll es sich um einen Streit zwischen zwei Arbeitskollegen gehandelt haben. Dabei habe einer von ihnen pltzlich eine Waffe gezogen und das Feuer erffnet, schreibt die Zeitung.
Zwei Menschen sind den Angaben zufolge ums Leben gekommen. Der Tter wurde demnach von einem Polizisten erschossen. Genauere Angaben wurden bisher nicht gemacht.
Augenzeugen zufolge soll es sich bei dem Tter um einen Mann handeln, er habe wahllos um sich geschossen. Wie die Feuerwehr berichtete, ging der Notruf gegen 9 Uhr morgens ein. Einsatzkrfte seien innerhalb weniger Minuten am Tatort an der Ecke 34. Strae und Fifth Avenue gewesen. Mehrere Straen um das 381 Meter hohe Empire State Building wurden abgesperrt, zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, darunter auch Ermittler des FBI.
Das Hochhaus im Zentrum Manhattans ist eines der beliebtesten Touristenziele New Yorks, jedes Jahr fahren etwa vier Millionen Menschen zur Aussichtsplattform. Erst vor knapp zwei Wochen kam es in der Stadt zu einem Zwischenfall: In der Nhe des Times Square erschossen Polizisten vor den Augen zahlreicher Passanten einen 51-jhrigen Mann, der mit einem Messer herumgefuchtelt hatte.
bayern01 am 24.8.12 17:38


Der Fall Armstrong Eine Chronologie
Lance Armstrong galt jahrelang als Dominator der Radsportszene. Zwischen 1999 und 2005 feierte er sieben Titel bei der Tour de France. Genauso weit reichen die Dopingvorwrfe gegen den US-Amerikaner zurck. Eine Chronologie einer umstrittenen Karriere.
1992: Armstrong beendet das olympische Rennen als 14. und wechselt nach den Spielen in Barcelona ins Profilager. In seinem ersten Rennen, dem Clsica San Sebstian, wird er Letzter.
1993: Er wird Weltmeister, gewinnt die USPRO Championships sowie seine erste Etappe bei der Tour de France.

1996: Er startet das Jahr als Weltranglistenerster. Im Oktober unterzieht er sich einer Chemotherapie. Bei Armstrong war zuvor Hodenkrebs diagnostiziert worden, der bereits in Lunge und Gehirn gestreut hatte.

1997: Armstrong beginnt wieder mit dem Training und grndet eine Stiftung, die sich der Krebsforschung widmet.

1998: Er kehrt in den Wettkampfzirkus zurck, gewinnt die Luxemburg-Tour, die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt sowie den Cascade Classic in Oregon.

1999: Fr das Team US Postal gewinnt Armstrong als zweiter Amerikaner die Frankreich-Rundfahrt.

2000: Er fhrt zu seinem zweiten Tour-Sieg und verffentlicht ein Buch mit dem Titel "Tour des Lebens".

2001 - 2003: Die Tour-Erfolge Nummer drei bis fnf folgen.

2004: Armstrong wird Wochen vor seinem sechsten Tour-Triumph beschuldigt, leistungssteigernde Medikamente einzunehmen.

2005: Er verkndet im April seinen Rcktritt nach der Tour, die er zum siebten Mal gewinnt. Im August berichtet die franzsische Sportzeitung "L'Equipe", dass in sechs Urinproben des Amerikaners von 1999 das Blutdopingmittel Epo nachgewiesen wurde. Armstrong bestreitet die Vorwrfe weiterhin.

2006: Armstrong wird freigesprochen, da die erneuten Tests der Proben nicht nach wissenschaftlichem Standard durchgefhrt wurden.

2008: Am 9. September verkndet Armstrong sein Comeback.

2009: Im April wirft ihm die franzsiche Anti-Doping-Agentur (AFLD) vor, dass er bei Dopingproben nicht kooperiere.
2010: Dopingsnder Floyd Landis, frherer Teamkollege bei US Postal, beschuldigt unter anderem Armstrong, dass auch er leistungssteigernde Mittel eingenommen habe.

2011: Im September zitiert die "Sports Illustrated" Armstrongs frheren Weggefhrten Stephen Swart. Dieser bezeichnet Amrstrong als "einen Anstifter" der zu Epo geraten habe. Nach der Australien-Tour tritt er endgltig zurck. Im Mai berichtet Armstrongs frherer Edelhelfer Tylor Hamilton, dass beide whrend der Tour 1999, 2000 und 2001 mit Epo gedopt hatten.

2012: Am 29. Junibezichtigt ihn die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) des Doping-Missbrauchs und suspendiert ihn von allen Wettkmpfen. Am 20. August weist ein Gericht Armstrongs Klage gegen die Usada zurck. Drei Tage spter gibt er den Rechtsstreit um die Dopingvorwrfe auf. Ihm droht der Verlust aller sieben Tour-Siege.
bayern01 am 24.8.12 17:34


Doping-Ermittler Tygart Armstrongs Alptraum
Dopingvorwrfe gegen Lance Armstrong gab es seit Jahren. Jetzt bringt ihn die US-Anti-Doping-Agentur Usada zu Fall, sie will dem Amerikaner alle Titel bei der Tour de France nehmen. Es ist vor allem ein Triumph fr Chef-Ermittler Travis Tygart, der sich von Armstrong nie einschchtern lie.
Des einen Absturz ist des anderen Triumph. Da steht auf der einen Seite Lance Armstrong, ehemals gefeierter Radprofi, siebenmaliger Tour-de-France-Sieger und einst ein amerikanischer Held. Auf der anderen Seite findet sich ein Mann namens Travis Tygart, Geschftsfhrer der US-Anti-Doping-Agentur Usada, der bislang kaum ffentlich in Erscheinung trat.
Des einen Absturz ist des anderen Triumph. Da steht auf der einen Seite Lance Armstrong, ehemals gefeierter Radprofi, siebenmaliger Tour-de-France-Sieger und einst ein amerikanischer Held. Auf der anderen Seite findet sich ein Mann namens Travis Tygart, Geschftsfhrer der US-Anti-Doping-Agentur Usada, der bislang kaum ffentlich in Erscheinung trat.
Jetzt tauschen sie die Rollen. Whrend das sportliche Vermchtnis Armstrongs mit dessen Verzicht auf einen Gerichtsprozess im Dopingverfahren mit der ermittelnden Agentur endgltig zerbrselt, feiert dessen Jger Tygart den grten Erfolg in seinem Kampf gegen den Betrug im Leistungssport.

Mitte Juni erffnete die Usada ein neues Dopingverfahren gegen Armstrong, es dauerte nur rund zwei Monate bis zur Kapitulation des 40-jhrigen Ex-Radprofis. Ein Wimpernschlag verglichen mit der zuvor schier endlosen Debatte ber den umstrittenen frheren Seriensieger. Seit Armstrongs erstem Erfolg bei der Tour de France 1999 hatte das Thema die Radsportszene beschftigt.

Jetzt ist der Mythos Armstrong endgltig entglorifiziert. Seine Tour-Titel werden ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit aberkannt, er soll lebenslang gesperrt werden.

Studierter Philosoph, verbissener Jger

Die Vorwrfe der Usada sttzen sich unter anderem auf neue positive Proben von der Tour de Suisse 2001 sowie Zeugenaussagen. Zwar soll ein New Yorker Richter das Anklagepapier der Usada laut "Frankfurter Rundschau" als "ungengsam" bezeichnet haben. Armstrong nennt Tygarts Vorgehen eine "Hexenjagd". Dennoch reichte das alles aus, um den Seriensieger auf die Verliererstrae zu drngen.

ber Tygart, der in North Carolina Philosophie studierte, ist wenig bekannt. Wer sich auf die Suche nach ihm begibt, stt zuerst auf Armstrong. Nachdem der am Donnerstagabend (Ortszeit) auf seiner Homepage angekndigt hatte, sich zu weigern "in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen", folgte das Statement der Usada. "Das ist ein trauriger Tag fr alle, die den Sport und unsere Athleten lieben", lie Tygart mitteilen. Der Fall sei ein Beispiel dafr, wie die Kultur des "Siegens um jeden Preis" einen sauberen und fairen Sport verhindere.

Ein trauriger Tag fr den Sport, ein Triumph fr den beharrlichen Tygart. Als sich der Radsport-Weltverband UCI - zuvor in Sachen Armstrong nahezu gnzlich unttig - im August pltzlich einmischte und den Fall bernehmen wollte, konterte der Usada-Chef den Versuch - und griff die Kollegen scharf an. "Die UCI und die Beteiligten der Verschwrung, die den Sport mit gefhrlichen, leistungsfrdernden Drogen betrogen haben, haben ein groes Interesse daran, das zu verschleiern", sagte Tygart, der nur zu gerne einen Showdown vor einem Schiedsgericht gehabt htte. Mit Armstrong auf der Anklagebank.

"Extremes Vertrauen in die Beweise"

"Wir htten dieses Verfahren nie eingeleitet, wenn wir nicht extremes Vertrauen in die Qualitt der Beweise gehabt htten", sagt Tygart, der die Usada seit 2007 leitet. Bei seinen Zeugen soll es sich nach Informationen der niederlndischen Tageszeitung "De Telegraaf" um George Hincapie, David Zabriskie, Christian Vande Velde und Levi Leipheimer handeln, allesamt ehemalige Kollegen Armstrongs. Sie alle sollen den Amerikaner des Dopings beschuldigen.
Unser Job ist es, die volle Wahrheit aufzudecken, mit allen Mitteln", sagt Tygart. Das hatten im Fall Armstrong schon andere versucht. US-Ermittler Jeff Novitzky zum Beispiel. Er war monatelang damit beschftigt, Beweise zu sammeln. Novitzkys Recherchen hatten zuvor die US-Sprinterin Marion Jones berfhrt, auch Baseball-Profi Barry Bonds wurde dank seines Einsatzes als Doping-Betrger entlarvt. Bei Armstrong musste Novitzky jedoch kapitulieren, der Radprofi kam ungeschoren davon.

Tygart hat nun offenbar Erfolg. Bis zuletzt hatte Armstrong versucht, auf seinen Verfolger massiven Druck auszuben. Die Usada drfe berhaupt nicht ber ihn urteilen, behauptete er. Tygart lie sich nicht beeindrucken und lieferte neben entsprechenden Dokumenten auch eine eidesstattliche Erklrung ab, nach der Armstrong zu jenen Sportlern gehre, die Teil des Usada-Protokolls seien - und damit sehr wohl im Zustndigkeitsbereich der Agentur.

Tygarts Hartnckigkeit hat auch Anti-Doping-Experten in Deutschland erstaunt. "Ich bin von den Amerikanern angenehm berrascht, dass sie ihr Idol so vom Sockel stoen", sagte der Pharmakologe Fritz Srgel, seit vielen Jahren im Kampf gegen Doping aktiv. Nur einer will Tygart naturgem gar nichts gnnen. An seinen Tour-Erfolgen knne niemand etwas ndern, teilte Armstrong mit: "Schon gar nicht Travis Tygart."
bayern01 am 24.8.12 17:33


Jan Ullrich "Ich bin auch auf meine zweiten Pltze stolz"
Die Duelle zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich dominierten jahrelang die Tour de France. Beide Sportler stehen seit langem unter Dopingverdacht, dem Amerikaner sollen deshalb seine grten Siege aberkannt werden. Die Reaktion des Deutschen: verhalten.
Berlin - Bergetappe von Alpe d'Huez, Lance Armstrong und Jan Ullrich liefern sich eines ihrer spannendsten Duelle. Es geht auf den Gipfel zu, Ullrich sitzt tief im Sattel, tritt mit hochrotem Kopf. Und dann zieht Armstrong pltzlich an, tnzelt sein berhmtes, so locker wirkendes Nhmaschinen-Stakkato und zieht uneinholbar davon. Am Ende triumphiert Armstrong, Ullrich wird nur Zweiter.
Die Duelle zwischen den beiden Top-Radsportlern bestimmten jahrelang das wichtigste Radrennen der Welt, die Tour de France. Die Erinnerung an diese Zeit ist jedoch seit langem durch Dopingverdacht berschattet.

Lance Armstrong drften nun sogar alle sieben Tour-Siege aberkannt werden. Er hat darauf verzichtet, sich in einem Prozess gegen die Vorwrfe zur Wehr zu setzen.

Jan Ullrich kommentierte die Entscheidung gewohnt zurckhaltend. "Das beschftigt mich nicht mehr gro", sagte der ehemalige Radprofi am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Ullrich war 2000, 2001 und 2003 einzig von Armstrong bei der "Groen Schleife" durch Frankreich geschlagen worden.

"Ich wei, wie damals die Reihenfolge am Zielstrich war", betonte Ullrich, dessen Landsmann Andreas Klden 2004 hinter Armstrong Zweiter geworden war. "Ich habe mit meiner Profikarriere abgeschlossen und habe immer gesagt, dass ich auch auf meine zweiten Pltze stolz bin."

Der inzwischen 38-jhrige Ullrich war im Februar vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen nachgewiesenen Dopings im Rahmen der Fuentes-Affre fr zwei Jahre bis zum 22. August 2013 gesperrt worden. Das Verfahren dauerte sechs Jahre. Whrend seiner aktiven Profizeit von 1994 bis 2006 hatte Ullrich Doping stets bestritten und tat sich auch nach seiner Verurteilung mit einem Eingestndnis schwer, obwohl Indizien seit langem schwer auf ihm lasteten.

Ex-Trainer Bruyneel: Ungerechter Prozess

Lance Armstrongs ehemaliger Teamchef Johan Bruyneel reagierte mit Bedauern auf die Entscheidung seines ehemaligen Schtzlings, sich nicht mehr gegen die Vorwrfe durch die US-amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada zu wehren. "Es tut mir leid fr Lance und fr den Radsport generell", schrieb der nicht weniger umstrittene Belgier in seinem Blog am Freitag. "Lance hat sich nie von einem fairen Kampf in seinem Leben zurckgezogen, daher unterstreicht die heutige Entscheidung, wie ungerecht dieser Prozess gewesen ist", meinte Bruyneel.
Dem frheren Armstrong-Intimus und jetzigen RadioShack-Teammanager Bruyneel wird selbst die Anwendung und der Handel mit Dopingprparaten vorgeworfen. Bruyneel hat bereits Einspruch gegen die Usada-Anklagen eingelegt. Bei der diesjhrigen Tour de France hatte Bruyneel sein Team, fr das auch die beiden deutschen Profis Andreas Klden und Jens Voigt fahren, nicht betreuen knnen.

Bruyneel nutzte die Gelegenheit, um auch auf seine Belange noch einmal aufmerksam zu machen. "Ich hoffe, dass es bald klar sein wird, dass es in dem Fall, den die Usada gegen mich angestrengt hat, nie so weit htte kommen drfen", schrieb der Belgier.

Der Usada-Chef Travis Tygart selber teilte in einem Schreiben in einer ersten Reaktion mit: "Das ist ein trauriger Tag fr alle von uns, die den Sport und unsere Athleten-Helden lieben." Er legte aber auch noch einmal nach. "Das ist ein Herzen brechendes Beispiel, wie diese Gewinnen-um-jeden-Preis-Kultur im Sport, wenn sie nicht mehr kontrolliert wird, von fairem, sicherem und ehrlichem Wettkampf Besitz ergreift."
bayern01 am 24.8.12 17:32


Armstrong und die Folgen Doper unter sich
Was wird aus Lance Armstrongs Tour-de-France-Siegen? Die Usada will dem Ex-Radprofi alle sieben Titel aberkennen lassen, doch das ist nicht ganz so einfach. Einerseits gibt es eine Verjhrungsfrist. Vor allem aber stehen auch die Nachrcker unter Dopingverdacht - oder sind sogar verurteilt
Knig der Tour de France": So wurde Lance Armstrong frher einmal genannt. Niemand dominierte die Rundfahrt mehr als der US-Amerikaner, niemand gewann das hrteste Radrennen der Welt hufiger. Von 1999 bis 2005, siebenmal in Folge, triumphierte Armstrong. Doch schon bald knnte sein Name aus der Siegerliste gelscht werden.
Weil Armstrong darauf verzichtet, sich vor einem Schiedsgericht gegen die Dopingvorwrfe der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada zu wehren, droht ihm die Aberkennung seiner sieben Tour-Titel. So will es die Usada. Eine heikle Angelegenheit, aus zweierlei Grnden: erstens wre das nicht mit dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) vereinbar; und zweitens wrde ein verurteilter Dopingsnder nachtrglich zum Dreifach-Sieger erklrt werden - Jan Ullrich.
"Ich bin erstaunt darber, dass in dem Fall Armstrong nicht errtert wird, dass es eigentlich nach Wada-Code eine achtjhrige Verjhrungsfrist gibt", sagte der Heidelberger Rechtsanwalt und Sportrechtsexperte Michael Lehner dem Sport-Informations-Dienst. Demnach wren alle mglichen Dopingvergehen vor 2004 verjhrt, Armstrong wrde also nur zwei seiner Titel verlieren.
Diese Verjhrungsfrist kam 2007 auch bei Bjarne Riis zum Tragen. Der dnische Toursieger von 1996 hatte damals ein Doping-Gestndnis abgelegt, woraufhin ihm der Tour-Organisator ASO den Titel aberkannte. Daraufhin intervenierte der Radsport-Weltverband UCI und machte die Verjhrungsregel geltend. Riis darf sich daher weiterhin erster und bislang einziger dnischer Tour-de-France-Sieger nennen.
Die Usada will jedoch erwirken, dass Armstrong alle seine Tour-Titel verliert und smtliche Ergebnisse Armstrongs seit dem 1. August 1998 gestrichen werden. Die Aberkennung von Siegen kann zwar nur die UCI vornehmen; Usada-Prsident Travis Tygart sagt jedoch, der Weltradsportverband als Unterzeichner des Welt-Anti-Doping-Kodex sei "verpflichtet, unsere Entscheidung anzuerkennen und zu verhngen". Die UCI hat zum Fall Armstrong bislang noch keine Stellung bezogen.
Sollten dem Tour-Rekordsieger Titel aberkannt werden, unabhngig ob zwei oder sieben, htte der Weltradsportverband aber das nchste Problem: die Nachrcker, die von Platz zwei auf Platz eins rutschen wrden. Fr 2004 wre das Andreas Klden, der damals fr das deutsche Team Telekom fuhr, bei dem systematisches Doping stattgefunden haben soll. Klden bestreitet die massiven Dopingvorwrfe gegen ihn seit Jahren. 2005 war Ivan Basso Zweiter. Der Italiener wurde ein Jahr spter im Zuge des Skandals um den spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes von der Tour ausgeschlossen.
Sollte die Usada mit ihrem Plan erfolgreich sein, Armstrong smtliche Tour-Titel abzuerkennen, knnte Ullrich, Zweiter 2000, 2001 und 2003, vom ein- zum viermaligen Sieger der Tour de France werden. Der Deutsche hatte 1997 bei der Rundfahrt triumphiert. "Ich schaue nicht auf diese Titel, ich verfolge das Verfahren auch nicht intensiv. Ich bin stolz auf meine zweiten Pltze. Wenn der Fall tatschlich eintritt, werde ich mich dazu uern. Bis dahin ist das Spekulation", sagte Ullrich dem "Tagesspiegel".

Im Gegensatz zu Klden und Basso wurde Ullrich sogar wegen Dopings schuldig gesprochen, der Internationale Sportgerichtshof Cas erkannte ihm alle seine Erfolge ab 2005 ab. Zwar besteht nach wie vor der Verdacht, Ullrich habe auch schon in den Jahren zuvor gedopt; nach Ansicht des Cas war eine Zusammenarbeit Ullrichs mit Fuentes aber erst ab dem 1. Mai 2005 zweifelsfrei bewiesen. Auch Alex Zlle, Zweiter 1999, und Joseba Beloki, Zweiter 2002, haben eine Doping-Vergangenheit. Und auch fast alle Tour-Dritten zwischen 1999 und 2005 wurden des Dopings berfhrt.

Wegen all dieser Fakten hat sich der deutsche Anti-Doping-Experte Fritz Srgel gegen eine mgliche Weitergabe der Tour-Siege in den besagten Jahren ausgesprochen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: "Das wre lcherlich. Die Top Ten drften damals alle gedopt gewesen sein."
bayern01 am 24.8.12 17:31


Dopingvorwrfe Das Statement von Lance Armstrong im Wortlaut
Der ehemalige Radprofi Lance Armstrong will sich im Kampf mit der US-Anti-Doping-Behre Usada nicht mehr zur Wehr setzen. Der siebenmalige Tour-de-France-Gewinner uert sich dazu wie folgt auf seiner Website.
In einem jeden Leben gelangt man einmal an den Punkt, an dem man sagen muss: Genug ist genug. Fr mich ist diese Zeit jetzt gekommen. Ich habe mich mit Vorwrfen herumschlagen mssen, wonach ich betrogen und mir einen unfairen Vorteil bei meinen sieben Tour-Siegen seit 1999 verschafft haben soll. Dies hat meiner Familie, der Arbeit mit meiner Stiftung und mir einen zu hohen Zoll abverlangt und bringt mich heute an den Punkt, mit diesem Unsinn abzuschlieen.
Ich hatte gehofft, dass ein Bundesgericht die Farce der US-Anti-Doping-Agentur Usada beendet. Auch wenn das Gericht mein Anliegen verstanden sowie die vielen Unstimmigkeiten und Fehler im Vorgehen der Usada erkannt hatte, kann es in diese Gelegenheit nicht einschreiten.

Wenn ich die Mglichkeit sehen wrde, den Vorwrfen in einem fairen Rahmen entgegenzutreten, htte ich diese Chance genutzt, um die Sache ein fr alle Mal zu beenden. Aber ich weigere mich, an diesem Verfahren teilzunehmen, das so einseitig und unfair gefhrt wird. Trotz der Aussagen von Travis Tygart gibt es absolut keine Beweise fr seine bizarren und abscheulichen Vorwrfe. Die einzigen Beweise sind die zahlreichen Dopingkontrollen, welchen ich mich unterzogen habe. Ich war rund um die Uhr an jedem Ort der Welt fr sie verfgbar. Im Wettbewerb, auerhalb davon. Blut. Urin. Egal, nach was sie gefragt hatten, ich stellte es zur Verfgung. Wo ist der Sinn, wenn die Usada im Endeffekt nicht zu ihren Regeln steht?

Von Beginn an hat diese Untersuchung nicht dazu gedient, die Wahrheit zu erforschen und den Radsport zu subern, sondern mich um jeden Preis zu bestrafen. Angesehene Verbnde wie der Radsport-Weltverband UCI oder der US-amerikanische Radsport-Verband haben besttigt, dass der Usada die Beweislage fr diese Vorwrfe fehlt. Die internationalen Radsport-Verbnde haben die Usada aufgefordert, damit aufzuhren.

Gleichzeitig haben sie klargestellt, dass die Erklrungen der Usada, in denen sie Leute lebenslang sperren und ihnen die Erfolge aberkennen, haltlos sind. Und wie viele andere, unter anderem auch die Schlichter der Usada, haben auch sie den Eindruck, dass in diesem Prozess nicht fair gehandelt wurde. Die Usada hat das Gesetz gebrochen, es auf seine Vorstellungen zugeschnitten und sich auf Personen versteift, die ihre Arbeit loben und honorieren.

An vielen Punkten hat sich die Usada wie ein Rpel verhalten. In den vergangenen zwei Monaten hatte sie immer wieder gesagt, dass es fr alle nachvollziehbare Gesetze geben muss. Aber sie haben sich arrogant dem verwehrt, was sie gepriesen haben. Und zu guter Letzt hat sie mit Radfahrern zusammengearbeitet, die mich beschuldigen und die eigenen Regeln umgehen. Viele dieser Fahrer sind heute noch aktiv.
Die Tatsache, dass Athleten ohne positive A- und B-Probe im gleichen Mae beschuldigt werden wie Profis mit positiven Tests, pervertiert das System und ermglicht einen Prozess, in dem jeder widerwillige Ex-Teamkollege bei der Usada zu seinen Gunsten einen neuen Fall melden kann. Es ist ein unfairer Angriff. Es ist einfach nicht richtig.

Die Usada kann nicht die Kontrolle ber einen internationalen Profisport bernehmen und mir die sieben Tour-Titel aberkennen. Ich wei, wer diese Titel gewonnen hat, meine Teamkollegen wissen es und auch die frheren Konkurrenten wissen es. Wir sind alle zusammen gefahren. Drei Wochen lang ber dieselben Straen und die gleichen Berge. Es gab keine Abkrzungen, keine spezielle Behandlung, immer dieselben Routen und Regeln. Das hrteste Rennen der Welt, das der strkste Mann gewinnt. Niemand kann dies jemals ndern, schon gar nicht Travis Tygart.

Ich werde dieses Thema nicht weiter ansprechen. Ich werde die Arbeit fortsetzen, die ich bereits vor einem ersten Tour-Sieg begonnen hatte: Menschen und Familien helfen, die an Krebs leiden. Im Oktober feiert meine Stiftung ihr 15-jhriges Bestehen. Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, und ich freue mich, dass diese sinnlose Strung jetzt ein Ende hat. Ich habe eine Verantwortung den Menschen gegenber, die ihre Zeit und Kraft in die Krebssache stecken. Ich werde nicht aufhren, fr diese Mission zu kmpfen. Ich werde meine fnf schnen Kinder aufwachsen sehen und versuchen, der fitteste 40-Jhrige der Welt zu sein."
bayern01 am 24.8.12 17:30


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